Teil eines Werkes 
5., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 13.-15. Bändchen (1845)
Entstehung
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Wie bekannt, wurde der Sieg bei Jena durch den glorreichen Ausgang der Schlacht von Auerſtädt gekrönt, wo die Hauptmacht der Preußen unter des Königs eige⸗ nem Befehle von Davouſt mit viel geringeren Streitkräften gänzlich geſchlagen wurde. Die beiden in Unordnung ge⸗ brachten Heere durchkreuzten ſich auf der Flucht, während die tollkühne Wuth der franzöſiſchen Reiter auf ſie ein⸗ drang und das ſchreckliche Gemetzel endete erſt, als die Nacht den Geſchlagenen Friſt gab.

Die Sieger und die Beſtegten betraten Weimar zu⸗ gleich, welches volle ſechs Stunden vom Schlachtfelde ent⸗ fernt war. Der Kampf hatte ſchon lange geendet, hier war es widerſtandsloſe Metzelei; das Landvolk war ſo ge⸗ täuſcht und erbittert, daß preußiſche Offiziere häufig von Bauern überfallen und getödtet wurden, weil ſie argwöhn⸗ ten, die Schlacht ſei durch deren Verrath verloren ge⸗ gangen. 3

Alle nur leicht Verwundeten, deren Verletzung ſchnelle Heilung verſprach, wurden auf Wagen geladen, die dem Feinde abgenommen worden waren, und mit dem Heere fortgeſchafft. Darunter befand auch ich mich, und ſchlief dieſe Nacht friedlich und ruhig im Stroh des Karrens, der mich von Jena wegbrachte.

Des Kaiſers Hauptquartier war in Weimar aufge⸗ ſchlagen und dahin wurden alle Feldſpitäler verlegt, waͤh⸗ rend die Marſchälle mit ihren Diviſionen zur Verfolgung des Feindes abgeſchickt wurden.

Vor Ende der Woche war ich ſo weit hergeſtellt, daß ich etwas herumgehen konnte, denn zum Gluck war die unmittelbar auf meine Verletzung ſich einſtellende Betäu⸗ bung die ſchlimmſte Folge derſelben, und meine Wunde in der Schulter zeigte ſich als unbedeutend.

Sie ſind alſo entſchloſſen, wieder zur Kavallerie zu gehen, ſagte Francois, der neben mir unter einem Baume

ſaß, zu dem ein angenehm loderndes Feuer Mehrere her⸗

bei gelockt hatte.Das kann ich nicht begreifen, wie