Erſtes Kapitel. Ein Fechtmeiſter.
Den Tag nach der Schlacht bei Auſterlitz kam der Fürſt von Lichtenſtein in unſerm Lager an, mit Friedens⸗ vorſchlägen, wie das Gerücht ging. Welcher Art auch die Unterhandlungen ſein mochten, ſie wurden ganz geheim gehalten, da Napoleon bei dieſer Gelegenheit nicht einmal die Marſchälle ins Vertrauen zog. Bald nach Mittag wurde eine zahlreiche Abtheilung der Garde, die am Tage vorher in Reſerve geblieben war, in Schlachtordnung auf⸗ geſtellt und bot eine Reihe von einigen tauſend Mann dar, deren Kleidung, Ausſehen und Rüſtung— friſch, als ſtänden ſie in Parade vor den Tuilerien— nicht verfehlen konnte, den öſterreichiſchen Abgeſandten in Erſtaunen zu ſetzen. Alles, was den Truppen den Anſchein von Leiden oder auch nur Ermüdung geben konnte, wurde ſorgſam beſeitigt. Diejenigen Reiterregimenter, welche in dey Schlacht am wenigſten gelitten hatten, ſtanden unter Waf⸗ fen, und die Diviſionsgenerale erhielten Befehl, ihre be⸗ treffenden Stäbe wie an einem Muſterungstage vollſtändig ausgerüſtet und beritten in Bereitſchaft zu halten. Es war ſpät Nachmittags, als durch die Reihen das Kom⸗ mando erſcholl, ins Gewehr zu treten; und einen Augen⸗


