Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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das Gefängniß eingeflößt hatte, die Gleichgültigkeit gegen Alles, wo Alles in Frage und Zweifel ſtand.

Ich kämpfte mit Macht gegen die Anſteckung einer ſo verzehrenden Krankheit. Ich erinnerte mich an meine Kindheit und deren frühen Vorſatz an den, der zuerſt meine Seele zum Ehrgeiz anſtachelte und fragte mich, was er von mir denken würde, wenn ich einer ſolchen Verſuchung nachgäbe? Ich malte mir eine Laufbahn aus, wo ſolche Hingebung, wie ich fühlte, unterſtützt durch ein feſtes Herz, ihren Weg zur Ehre finden muß: und wenn ich mich zu ſolchen Gedanken erhob, ſo verſchwanden davor jene niererdrückenden Träume, jene düſteren Stunden des Zweifels und der Verzweiflung. Aber allmählig fing meine Geſundheit an zu wanken, meine Sinne wurden immer ſtumpfer und unempfindlicher die düſteren Wände meiner Zelle hatten ihren Schatten auf meinen Geiſt gewor⸗ fen, und ich verſank in einen Zuſtand träumeriſcher Gleichgültigkeit, worin ich kaum den Wechſel von Tag und Nacht bemerkte; endlich fühlte ich ſogar, daß ich ein Urtheil, das mich zu lebenslänglicher Einſperrung innerhalb der Mauern des Tempels verdammen winde, ohne Aufregung anhören könnte.

Kommen Sie, Unterlieutenant, jetzt iſt die Reihe an Ihnen! ſagte eines Morgens der Schließer, in meine Zelle tretend, wo ich allein am Frühſtück ſaß; ich habe ſo eben Befehl erhalten, Sie vorzuführen.

Wie? wohin? fragte ich, kaum im Stande, den Sinn ſeiner Worte zu errathen;vor den Prä⸗ fekten etwa?

Nein, nein, etwas ganz Anderes: Sie ſollen mit den gefangenen Chouans im Palais de Juſtice erſcheinen. 3

Im Palais? ſagte ich, indem mich ſeit Wochen zum erſten Mal ein Gefühl von Furcht beſchlich.Will man uns verhören ohne uns eine Liſte der gegen uns vorliegenden Anklagepunkte zu geben?