Siebenzehntes Kapitel. Die Schreckensherrſchaft unter dem Conſulat.
Am folgenden Morgen kam die Nachricht von der Verhaftung, dem Verhör und Tode des Herzogs von Enghien. Dieſes ſchreckliche Trauerſpiel, das auf der Geſchichte jener Periode noch jetzt laſtet und für immer laſten wird, vernahmen wir in unſeren Gefängniſſen nebſt allen furchtbaren Umſtänden, die weithin Trauer und Kummer verbreiteten. Die von den Journalen gegebenen Berichte befriedigten unſere Neugierde nur wenig. Die Jugend, die Tugend, die Tapferkeit des Prinzen hatten ihn zum Abgott ſeiner Partei gemacht, und während ſein Tod um ſeiner ſelbſt willen bejam⸗ mert wurde, laſen ſeine Anhänger darin den Entſchluß der Regierung, vor Nichts zurückzubeben, um dieſe Partei zu vernichten. Die Chouans verſanken in dü⸗ ſteres Schweigen und fie gingen nicht mehr, wie ſonſt, unbekümmert um ihre Einſperrung umher. Ihr Ober⸗ haupt blieb für ſich, er ſprach mit Niemand und ſchien von den Vorübergehenden keine Notiz zu nehmen: er ſah mehr betäubt als tief ergriffen aus, und wenn er ſeine Augen aufſchlug, ſo war ihr Ausdruck kalt und irre. Sogar die andern Gefangenen, die ſelten einem Gefühle Raum gaben, ſchienen anfangs über die traurige Zeitung niedergeſchlagen; und ohne Zwei⸗ fel ſahen jetzt Viele, die zuvor ihre Rettungshoffnungen auf ihren Rang und Einfluß gebaut hatten, wie wenig man ſich auf ſolchen Beiſtand verlaſſen könne, wenn der Schlag auf einen Condé ſelbſt gefallen war.
Ich, der ich weder die politiſchen Bewegungen der Zeit, noch die Quellen der von der Partei des Conſuls vorausgeſetzten Gefahr verſtand, konnte nur trauern über das unglückliche Schickſal eines tapfern Prinzen,


