Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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grund; im Gegentheil, ein ſolcher würde ihn in ſeinem Eniſchluß nur beſtärken. Das Beſte, was ich jetzt thun kann, iſt gehorchen und Nichts ſagen; denn wenn meine Tante Gegenvorſtellungen macht, ſo darf ich Zeitlebens Galeerenſklaven bewachen.“

In dieſem Augenblick klopfte es an die Thüre und herein trat ein Korporal vom Stab mit einem Bündel Depeſchen.

„Unterlieutenant Taſcher,“ ſagte er, an ſeine Kappe rührend, und reichte ein breites, offiziellausſehendes Schreiben meinem Gefährten hin, der es aber auf den Tiſch warf und ſich umkehrte, um ſeine Beſtürzung zu verbergen.. 4

„Monſieur Burke,“ ſagte ver Korporal, aus ſeiner ledernen Taſche ein anderes ominöſes Dokument ziehend.

„Diantre!“ rief Taſcher, ſich ſchnell umkehrend— „hab' ich am Ende Sie ſo gut wie mich in die Klemme gebracht. Erſt jetzt fällt mir ein, daß der General auch nach meinem Kameraden fragte.“

Ich nahm das Papier mit zitternder Hand und riß es auf. Die erſte Linie war Alles, was ich leſen konnte; es war eine Ernennung zu der erledigten Stelle im 8. Huſarenregiment.

Taſchers Hand zitterte, als er ſich auf meine Schul⸗ ter lehnte und bei ſeiner ſteigenden Aufregung konnte ich ein krankhaftes Zucken ſeiner Finger fühlen; aber in ein paar Sekunden war er wieder ſeiner mächtig, ergriff meine Hand mit ſeinen beiden und ſagte, wäh⸗ rend dicke Thränen in ſeinen Augen ſtanden:

„Ich bin nur froh, daß Sie's ſind, Burke;“ dar⸗ auf kehrte er ſich um, nicht im Stande, noch ein Wort zu ſagen.

Es dauerte eine Weile, bevor ich an mein Glück glauben konnte. Hätte ich freie Wahl gehabt, ſo hätte ich mir nichts Lieberes wünſchen können; und als ich mich endlich von der Wirklichkeit überzeugte, da kam meine Verlegenheit über das Mißgeſchick meines armen