Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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vor mir das Gewehr und das Klirren ihrer Muskete durchzuckte alle meine Glieder elektriſch.

„Dieß iſt Nr. 13, mein Herr,“ ſagte der Soldat, als wir vor einer Thüre angelangt waren; ehe ich antworten konnte, öffnete ſich die Thüre, und vor mir ſtand ein junger Offizier in Infanterie⸗Uniform. Er war im Begriff, fort zu gehen, als ſein Auge auf das Gepäcke fiel, das der Soldat gerade neben ihm abge⸗ ſtellt hatte; da hielt er plötzlich inne, rührte an ſeine Mütze und fragte in artigem Tone:

„Monſieur Burke? nicht wahr?“

„Ja,“ ſagte ich mit einer Gegenverbeugung.

„Eh, mon cameracde!“ ſprach er, ſeine Hand

ausſtreckend,„es freut mich, Sie zu ſehen. Haben Sie ſchon gefrühſtückt? Gut, Sie finden Alles für Sie bereit. Ich werde bald wieder zurück ſein. Ich gehe nur zu einer Morgen⸗Uebung, die keine halbe Stunde dauert. So richten Sie ſich gut ein. Alſo auf Wiederſehen.“. Mit dieſen Worten grüßte er mich noch einmal und ging fort.„Nicht ganz ſo, wie ich gefürchtet,“ dachte ich, als ich in das Zimmer trat, deſſen nettes und komfortables Ausſehen gegen meinen letzten Auf⸗ enthalt ſo angenehm abſtach. Ich hatte kaum Zeit, die militäriſchen Zeichnungen und Karten rings an den Wänden zu überblicken, als mein neuer Freund ſchon wieder da war.

„Keine Parade heute, Gott ſei Dank,“ ſagte er, warf Mütze und Säbel hin und ſtreckte ſich in voller Länge auf das kleine Feldbett.„Nun, mon cher camerade, laſſen Sie uns ſchnell Bekanntſchaft ma⸗ chen, denn unſere Zeit iſt wahrſcheinlich ſehr kurz. Mein Name iſt Taſcher, ein beſcheidener Unterlieute⸗ nant im 21. Infanterie⸗Regiment. So fremd in die⸗

ſem Lande, als Sie, wie ich denke,“ fuhr er nach einer kleinen Pauſe fort,„aber ſehr wohl zufrieden, von demſelben adoptirt zu ſein.“