welches Corps, kann ich nicht ſagen; und was meine Kameraden betrifft——⸗——
„Ah, gib Acht, daß er Dich nicht tyrannifirt,“ ſagte Einer.
„Ja, ja,“ rief ein Anderer,—„zeig' ihm, daß Du mit einem kleinen Degen umzugehen weißt.“
„Burke läßt keinen Scherz mit ſich treiben,“ rief ein Dritter.
Und dann folgte ein ganzer Chor von Stimmen, indem Jeder eine von den Kadetten an ihrem neuauf⸗ genommenen Kameraden verübte Ungebühr erzählte. Da wurde Einer verwundet, ein Anderer aus dem Fenſter geworfen, ein Dritter, ein zarter Knabe, hatte eine ganze Nacht im Schnee zubringen müſſen und ſtarb drei Wochen darauf an einer Bruſtkrankheit, ein Vierter wurde das Opfer der Unmäßigkeit bei der zu Ehren ſeiner Beförderung gefeierten Orgie. Dieß Ge⸗ mälde, geſtehe ich, dämpfte einigermaßen die Glut meiner erſten Eindrücke; und ich nahm von meinen alten Freunden Abſchied mit um ſo größerer Herzlich⸗ keit, weil ich nicht wußte, wie viel Liebe und Freund⸗ ſchaft ich von meinen neuen zu erwarten hatte. In dieſer Stimmung ſchüttelte ich ihnen zum letzten Mal die Hand und folgte dem Soldaten, der mein Gepäck nach dem entfernten Quartier der école trug. Als ich durch das reichverzierte Thor mit ſeinen hübſchen Schnitzwerken, die noch aus der Zeit Ludwigs XIV. ſtammten, in den weiten Hof trat, fühlte ich mein Herz von ſelbſthewußtem Stolz geſchwellt. Die Fa⸗ cade des Vierecks zeigte, ungleich der einfachen Front der Schüler⸗Quartiere, eine ſchöne Architektur; maſ⸗ five Conſolen trugen die Fenſter, und die verſchiedenen Eingänge waren oben mit großen, in Stein gehauenen Waffen⸗Inſignien geſchmückt; was aber meine Sinne am meiſten bezauberte, das war eine mächtige Fahne im Mittelpunkt, die Fahne Frankreichs, neben welcher
eine Schildwache auf und abging. Sie präſentirte


