Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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den— Verdrießlichkeit und Müdigkeit allenthalben. Die Reihen wurden gebrochen, Manche verließen ihren Poſten und vergaßen alle Disciplin. Endlich ſah man in der Ferne eine Staubwolke ſich erheben und all⸗ mählig näher kommen; jedes Auge war dahin gerich⸗ tet und in einem Augenblick war wieder Alles auf dem Poſten, Alles war in Aufmerkſamkeit und ängſtlicher Spannung, während jeder Blick gierig die dichte Wolke durchſpähte, ob nicht der langerſehnte Stab ankomme. Endlich kam uns der Gegenſtand zu Geſicht; aber wie groß war unſer Unmuth, als wir ſahen, daß es nur ein Reiſewagen mit vier Poſtpferden war; kein Sol⸗ dat, kein einziger Dragoner war zu ſehen— ein halb⸗ unterdrücktes Murren verrieth unſere Unzufriedenheit, denn wir vermutheten in dem Wagen höchſtens einige Bünige Beſucher, vielleicht die Freunde irgend eines ers.

Der Chef ſelbſt theilte unſere Gefühle, er ging die Linienentlang und erklärte, wenn der General nicht binnen zehn Minuten ankäme, ſo wolle er uns entlaſ⸗ ſen And in Freiheit ſetzen. Ein dankbares Freudenge⸗ ſchrei begrüßte dieſe Rede und wir ſtanden dort, ge⸗ duldig auf unſere Befreiung wartend, als plötzlich von der Thorwache her das Klirren der Gewehre und der ſalutirende Schlag der Trommel gehört wurde; im gleichen Augenblicke rollte der Wagen, den wir geſe⸗ hen hatten, in den Hof und nahm ſeinen Stand in der Mitte des Vierecks. Unmittelbar darauf wurde der Schlag geöffnet, der Tritt niedergelaſſen, und ein Offizier in glänzender Uniform half drei Damen her⸗ aus. Ehe wir uns von unſerem Erſtaunen erholt, hatte ſich der Chef den Damen genähert, und bewies durch ſeinen tiefen Reſpekt, daß ſie keine gewöhnlichen Beſucher waren; aber bald wurde unſere Aufmerkſam⸗ keit von der Gruppe, die jetzt zuſammen plauderte und lachte, abgelenkt, denn bereits hörte man eine

Tom Burke. I. 4