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Es war am 16. Juni, dem Jahrestage von Ma⸗ rengo, als im Hofe der polytechniſchen Schule die Trommel Allarm ſchlug, und bald darauf eilten die Schüler aus ihren verſchiedenen Quartieren herbei, begierig zu erfahren, ob ihre Bitte, die Invaliden zu beſuchen, eine am Jahrestage eines großen Sieges gewöhnliche Gunſt, geſtattet worden ſei.
Als wir in den Hof kamen, fiel uns ein Ordon⸗ nanz⸗Dragoner auf, der neben dem Hauptlehrer ſtand, letzterer las in einem Briefe, den er in den Händen hatte, und nachdem er fertig war, ſagte er dem Sol⸗ daten einige Worte, worauf dieſer ſein Pferd umdrehte und ſchnell davon ritt.
Noch einmal raſſelte die Trommel, und es wurde Befehl gegeben, uns in Linie aufz ſtellen; in einem Augenblick war dies geſchehen, und wir ſtanden ge⸗ ſpannt auf die Neuigkeiten, die uns erwarteten.
„Messieurs les écoliers,“ begann er, während allgemeines Stillſchweigen herrſchte,„da heute der Jahrestag der glorreichen Schlacht von Marengo iſt, ſo hat der General Buonaparte beſchloſſen, daß über die ganze Schule Muſterung gehalten werden ſoll. Ge⸗ nerallientenant d'Auvergne wird gegen Mittag hieher kommen, um die Inſpektion vorzunehmen, und je nach meinen Berichten über Ihre allgemeine Aufführung, Ihren Eifer, Ihre Fortſchritte werden dem erſten Con⸗ ſul Behufs Ihrer Beförderung Empfehlungen einge⸗ reicht werden.
Lauter Jubel folgte dieſer Rede. Die Ankündi⸗ gung überſtieg bei weitem unſere glühendſten Hoff⸗ nungen, und unſer Enthuſiasmus kannte keine Grenze, überall erſchollen laute Vivats zu Ehren des Generals Buonaparte, d'Auvergne's und des Hauptlehrers ſelbſt.
Kaum war das Frühſtück vorbei, als unſere Vor⸗ bereitungen begannen. Welch' eine emſige Geſchäftig⸗ eit! Hier bürſteten einige ihre Uniformen, polirten
ihre Degengefäße und bekreideten ihre Kreuz⸗Riemen;


