Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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irgend einen großen Namen aus der Geſchichte des Ruhmes; und wir ſelbſt nahmen die Titel der Helden an, die über ihr Land ſolchen Glanz verbreiteten, und ſo war in allen unſern Knabenſpielen die Rede von Lodi— Arcole— Rivoli— Caſtiglione— Pyramiden — Berg Tabor. Während wir uns nicht ſcheuten, uns die Namen Kleber, Kellermann, Maſſena, Deſſair, Murat beizulegen, gab es nur Einen Namen, den Keiner kühn genug war, anzunehmen; und dies war der Name des Mannes, deſſen Siege jede Zunge pries. Wenn dieſer Enthuſiasmus allgemein unter uns war, ſo fühlte ich ihn in ſeiner vollſten Stärke, denn in mir war er von keinem andern Gedanken ge⸗ färbt. Ich hatte weder Heimath noch Familie— meine Tage verſtrichen in ununterbrochener Ruhe, kein Vergnügen, keine Freude hatte ich zu hoffen, wenn der Feſttag kam; all mein Sinnen drängte ſich in den einzigen großen Wunſch, Soldat zu ſein; meinen Na⸗ men unter jenen großen Männern, deren Ruhm Eu⸗ ropa erfüllte, bekannt zu machen, erwähnt zu werden von dem, aus deſſen Munde das geringſte Wort des Lobes die Ehre ſelbſt war. Wann ſollte dieſer Tag für mich kommen? Wann ſollte ich die Laufbahn vor mir offen ſehen?— dies waren meine erſten Gedanken am Morgen, meine letzten bei Nacht.

Wenn die Entſchiedenheit meines Vorſatzes, der ſtarke Strom meiner Hoffnungen und Wünſche eine ideale und glückliche Welt in mir erſchuf, ſo lieh es jedoch meinem Aeußern einen Zug des Ernſtes, der ſich wie Melancholie ausnahm, und meinen Gefährten fiel eine gewiſſe Traurigkeit auf, worüber ſie mich oft neckten, die ich aber vergeblich zu überwinden ſuchte. Es iſt wahr, daß mir zu gewiſſen Zeiten meine Ver⸗ laſſenheit und Einſamkeit kalt zu Herzen ging; wenn ich ſah, wie der eine oder andere zuweilen hinweg nach einer glücklichen Heimath eilte, wo eine zärtliche Schweſter ihren Arm um den Nacken eines Bruders