Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
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Erguß des Enthuſiasmus bewies, wie vollkommen es die ſpitzigen Anſpielungen verſtand und welchen Genuß dum die⸗ wenn auch geiſtloſe, Satyre des Liedes ge⸗ währte. 1

Als ſie ſich der Kaſerne näherten, machte der Zug Halt, wahrſcheinlich damit auch für das königliche Mi⸗ litär eine ſo werthvolle Lektion nicht verloren gehe; um die Sängerin wurde ein Kreis gebildet und Stillſchwei⸗ gen geboten, als mit jener zitternden, für die Zukunft ſo charakteriſtiſchen Artikulation und mit jener ſeltſamen Stimme, die zwiſchem hohem Diskant und tiefem Baß zu ſchwanken zhein; die Lady begann:

Drängt euch nicht ſo an mich. Ihr reißt mir das Kleid vom Rücken! Der Teufel kann meinen Geſang hören, wenn ihr nicht ruhig ſeid Seht da droben Se. Edlen, mit einem Zehnpfennigſtück in der Fauſt für mich. Der Herr bewahre Euer ſchönes Geſicht was Ihr für liebe blaue Augen habt Alle Wet⸗ ter auf euch, ihr Lumpenkerls ſeht, wie ihr meine ſchöne Haube zugerichtet habt!

Hoho! fang' Dein Lied an und plärre nicht da den jungen Gentleman an, ſagte eine Stimme aus der Menge und fügte dann in leiſerem, aber ſehr hör⸗ barem Tone hinzuDie Geſellen da haben keinen Heller über ihren Sold, 3 Shilling, 9 Pfennig per Tag, und damit baſta!

Ein rohes Gelächter folgte dieſer frechen Rede; und die Balladenſängerin, deren Zögern nur eine Liſt war, um genug Zuhörer herbeizulocken, begann alsdann nach einer wohlbekannten Melodie:

Kommt her und hört meinen Rath Gewiß, er hat ſich gewaſchen Wer ein Gut zu verkaufen hat, Der braucht kein Geld in den Taſchen.