14
ten, nichts zu fühlen ſchienen. Eine wachstaffetne Rei⸗ ſemütze, unter dem Kinn feſtgebunden, und ein weiter Mantel von blauem Tuch bezeichneten ihn als einen Soldaten, ſelbſt wenn der zuverſichtliche Ton ſeiner Stimme und eine gewiſſe leichte Haltung ſeines Kopfes den ſcharfſichtigen Beobachter nicht auf dieſelbe Ver⸗ muthung gebracht hätte.
Weit entfernt, durch den langen Regentag oder durch die trübſelige Umgebung rechts und links gebeugt oder verſtimmt zu ſein, leuchtete ſein dunkles Auge ſo glänzend unter dem Rand ſeiner Kappe hervor und ſtrahlte ſein röthliches Geſicht ſo fröhlich, als wenn die Natur alle Reize des Wetters und der Landſchaft vor hm ausgegoſſen hätte, um ihn zu grüßen und zu er⸗ reuen.
Er vertrieb ſich die Zeit, indem er bald den Con⸗
dukteur über die verſchiedenen Perſonen befragte, deren
Güter auf beiden Seiten lagen, über den Namen ei⸗ nes armen Weilers oder eines geringen Dorfes, bald einige Verſe eines alten Soldatenliedes vor ſich hin⸗ ſummte; zur Abwechslung jedoch warf er auch hie und da einem gaffenden Landmädchen, wenn es mit nichts⸗ ſagendem Blicke der vorüberfahrenden Kutſche nachſtarrte, einen artigen Gruß zu. Aber ſeine Hauptbeſchäftigung ſchien darin zu beſtehen, daß er mit dem einen Flügel ſeines weiten Mantels die Geſtalt eines kleinen Kna⸗ bens bedeckte, der an ſeiner Seite ſchlummerte, und deſſen Kopf bei jedem Stoß der Kutſche hart an ſeinen Arm anſtieß.
„Und ſo wäre denn das dort Athlone, ſagt Ihr?“ ſprach der Kapitän; denn dieß war er.„Die holde Stadt Athlone, oho! Gut, ſie könnte ja noch elender ſein. Zehn Jahre hab' ich in Afrika zugebracht, an der brennenden Küſte, wie ſie's nennen: da braucht Ihr kein Feuer, um Euer Fleiſch zu kochen; nur zehn Mi⸗ nuten legt Ihr's vor die Sonne, Scherz bei Seite, und der Braten iſt fertig; Alles wahr, beim Jupiter! Sachte,
—


