Teil eines Werkes 
14. bis 18. Bändchen (Schluß) (1846)
Entstehung
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Arm um ihren Leib und führte ſie die Stufen hinan, als auf einmal der Mond glänzend hervorbrach und die ganze Scene beleuchtete. Sie war wilrklich herzergrei⸗ fender Natur. Unter den verſammelten Hunderten, die barhaͤuptig im Mondlichte daſtanden, murde jetzt kein Wort geſprochen, kein Geflüſter ließ ſich vernehmen. Ich wandte mich von dem Hofe, wo die hohen Buchen ihren gigantiſchen Schatten warfen, nach dem Strome hin, der ſilbern, da und dort zwiſchen den ſchlanken Bäumen an ſeinen Ufern hervorſchaute; und Alles war mir ver⸗ traut, Alles war mir von meiner Kindheit her theuer jetzt doppelt theuer. Ich erhob meine Augen gegen die Thüre und wie groß war mein Staunen über das, was ich jetzt erblickte! In einem großen Lehnſtuhl ſaß ein Greis, deſſen Silberlocken im Abendwinde um ſeinen Nacken flatterten; ſeine Hände ruhten auf den Knieen und ſeine ein wenig aufwärtsgerichteten Augen irrten unruhig umher, als ſuchten ſie Jemand, den zu erkennen ihnen ſchwer fiele. So ſehr die Zeit ihn auch verändert hatte, ſo waren die ſtrengen Züge nicht zu verkennen; aber als ich zu ihm hinaufſah, rief er mit einer Stimme, deren Feſtigkeit allen Stürmen der Zeit Trotz zu bieten

ien.

Charley O'Malley! komm her mein Junge! Bring ſie zu mir, daß ich Euch beide ſegne. Ich habe unrecht an Dir gehandelt; aber verzeih einem alten Mann, der nie in ſeinem Leben einen Andern um das gebeten hat. Komm her, Lucy ich darf Dich wohl ſo nennen. Kommt her, meine Kinder, ich habe es verſucht, ſo lange zu leben, bis ich den Tag ſähe, wo das Haupt eines alten Hauſes mit Ehre, Ruhm und Glücksgütern gekrönt zurückkehren würde, um mitten unter ſeinen Leuten, in der alten Heimath ſeiner Väter zu wohnen.

Hier beugte ſich der Greis über uns und ſeine wei⸗ ßen Haare ſielen auf die Locken meiner Lucy, die neben lhniniei und ſeine kalte, zitternde Hand in der ihrigen rückte.