——,—
317
ſtürmt vorwärts, ſeinen Federhut über dem Kopfe ſchwin⸗ gend; ſein ſtolzes Auge flammt von Siegesfreude. Dieſer Augenblick iſt ſein letzter. Von einer Musketenkugel in die Stirn getroffen, ſinkt er todt vom Sattel und das wilde Geheul der iriſchen Regimenter, die eine Art von Todtenklage um ihn anſtimmen, iſt der letzte Ton, den er hört. Inzwiſchen ſind die Garden mitten unter uns gekommen. Auf allen Seiten werden Gefangene, theil⸗ weiſe von hohem Rang, gemacht; ich aber benütze dieſe Gelegenheit, ſtürze mich unter die Reihen meiner Lands⸗ leute und werde von den zurückweichenden Schwadronen zum Nachtrabe mit fortgeriſſen.
Als wir den Gipfel des Hügels über der Landſtraße erreichten, brach im Thale hinter uns ein lauter Jubel aus und aus dem dichten Dampfe ſchoß eine ſpitze Flamme zum Himmel empor. Es war der Pachthof La Haye Sainte, welchen die Franzoſen durch glühende Kugeln in Brand geſteckt hatten. Schon ſeit einiger Zeit war dem Corps, das ihn beſetzt hielt, die Munition aus⸗ gegangen und es konnte die beſtändigen Salven des Feindes nur mit einem ſchwachen, unregelmäßigen Mus⸗ ketenfeuer beantworten. Als der Dampf ſich verzog, ſahen wir, daß die Franzoſen die Stellung weggenommen hatten, und da in dieſem mörderiſchen Handgemenge kein Pardon gegeben wurde, ſo kehrte nicht ein einziger in unſere Reihen zurück, um die Nachricht von der Nie⸗ derlage zu überbringen.
„Dies iſt der Offizier, von dem ich ſprach,“ ſagte ein Adjutant, an den Platz reitend, wo ich barhäuptig und ohne Degen ſtand.„Er iſt ſo eben aus den fran⸗ zöſiſchen Linien entflohen, und wird im Stande ſeyn, Ew. Lordſchaft Aufſchlüſſe zu ertheilen.
Die ſchönen Züge und die prachtvolle Kleidung des Lords Urbridge waren mir wohl bekannt; aber das er⸗ fuhr ich erſt ſpäter, daß der martialiſche, keck ausſehende Offizier, neben ihm der General Graham war. Letz⸗ terer redete mich zuerſt an:—


