Teil eines Werkes 
14. bis 18. Bändchen (Schluß) (1846)
Entstehung
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Kriegsknechtes ſind für mich ſo handgreifliche Wirklich⸗ keiten, wie die verſchlungene Flechte, die ſich an den Zinnen hinabzieht.

Als ich ſo dahin wanderte, gelangte ich an eine kleine ländliche Treppe, die von dem Pfade abwärts nach dem Fluſſe hin führte; dieſe ſtieg ich hinab und fand bei genauerer Unterſuchung, daß hier eine Furt war. Ein hoher platter Fels füllte einen großen Theil des Flußbettes und gerade die Mitte deſſelben aus, während auf beiden Seiten das Waſſer mit verdoppelter Gewalt ſtrömte.

Begierig die Gegend zu erforſchen, ſtieg ich die Klippe hinab und traf Anſtalten, über den Fluß zu ſchreiten, als meine Aufmerkſamkeit durch das Flimmern eines Feuers angezogen wurde, das in einiger Entfer⸗ nung auf dem entgegengeſetzten Ufer brannte. Die Flamme ſtieg hoch auf und ſank dann wieder zuſammen, wie wenn ſie eben jetzt geſchürt würde, und da ſie, nach der Stille rings umher zu ſchließen, nicht wohl von einem feindlichen Bivouac herrühren konnte, ſo beſchloß ich, darauf loszugehen und die Sache ſelbſt zu unter⸗ ſuchen. Ich wußte, daß die Hirten oft ihre Sommer⸗ nächte auf dieſe Art zubringen, ohne eine andere Decke über ihrem Haupte als das blaue Himmelsgewölbe. Vielleicht war es auch eine Guerillaabtheilung, denn dieſe Krieger ziehen häufig in kleiner Anzahl dem zu⸗ rückweichenden Feind auf der Ferſe nach. Unter ſolchen Muthmaßungen überſchritt ich den Strom und ging ſchnell auf das Feuer zu. Einen Augenblick verrammelte mir ein hervorſpringender Fels den Weg, und während ich mich auf die Art und Weiſe beſann, über denſelben hinwegzukommen, wurde meine Aufmerkſamkeit durch ſprechende Stimmen gefeſſelt. Ich lauſchte und hörte mit nicht geringem Erſtaunen, daß ſie Franzöſiſch rede⸗ ten. Vorſichtig ſchlich ich nun bis an den Rand des Felſen und ſchaute hinüber. Der Mond ſtrömte in ſeinem vollen Glanz über einen kleinen Abhang neben dem