Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1846)
Entstehung
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Sechzigſtes Kapitel. Die Vorbereitungen.

Geſtärkt erwachte ich am andern Morgen und er⸗ ſchien beim Frühſtück mit leichterem Herzen, als ich ſelbſt gehofft hatte. Eine geheime Ahnung, daß Alles gut gehen werde, hatte mich überkommen und mit wahrer Sehnſucht ſah ich O'Shaughneſſy's Ruckkehr entgegen in der feſten Ueberzeugung, er müſſe meine Hoffnungen beſtä⸗ tigen. Sein Bedienter meldete mir jedoch, der Major ſey ſchon vor Tagesanbruch weggeritten und habe Be⸗ fehl hinterlaſſen, man ſolle ihn beim Frühſtück nicht erwarten.

Gleichwohl mußte ich während ſeiner Abweſenheit nicht allein bleiben; jeder Augenblick brachte mir einen neuen Beſuch, und während des Morgens kamen der Oberſt und alle Offiziere des Regiments, die nicht ge⸗ rade Dienſt hatten, zu mir herüber. Ich überzeugte mich bald, daß mein eigenes Corps das entſchiedenſte Verdammungsurtheil über Trevyllian ausſprach, daß aber zugleich eine gewiſſe Feindſeligkeit, die ſchon ſeit etlichen Monaten zwiſchen ſeinem Regiment und dem laten be⸗ ſtanden, der Sache einen ernſthafteren Charakter gegeben und viele Offiziere für die Anſicht meines Gegners ge⸗ wonnen hatte; obſchon kein Einziger mein Ausbleiben einer Scheu vor dem Duell zuſchrieb, ſo meinten doch manche, daß ich durch mein Nichterſcheinen zur rechten Zeit alle Anſprüche auf Genugthuung verwirkt habe.

„Jetzt, da Merivale fort iſt,“ ſagte ein Offtzier, als der Oberſt das Zimmer verlaſſen hatte,„kann ich Ihnen wohl erklären, daß er in Ihrem Benehmen ganz und gar nichts Tadelnswerthes findet; und ſelbſt, wenn Sie gewußt hätten, wie die Dinge ſtanden, ſo war Ihr damaliger Dienſt zu dringend, als daß Sie ihm perſönliche Rückſichten hätten voranſtellen dürfen.“