261 obſchon ich, ſſo lang ich Sie für Franzoſen hielt, wohl mit Ihnen zufrieden war.“
„Das glaube ich, Herr Major, aber die Unüber⸗ windlichen waren jedenfalls ebenſo gnädig als ſtark.“
„Sie waren müde, Charley, weiter Nichts; was meinen Sie, mein Lieber, wir haben ſeit dem frühen Morgen gefochten; um ſechs Uhr Victor geſchlagen, ihn hinter den Tajo zurückgetrieben, dann ein kaltes Mahl eingenommen, und Nachmittags lagen wir ihm ſchon wieder in den Haren. So wahr Gott lebt, wir haben uns unſterblich gemacht; aber Sie müſſen von dem Han⸗ del nicht mehr ſprechen; er iſt ein ſchlechter Beweis für die Disciplin Ihrer Burſche.“
„Dies war eine etwas orginelle Wendung, aber ich widerſprach nicht, und unter fröhlichem Geplauder er⸗ reichten wir das kleine Wirthshaus, wo, nachdem ein⸗ mal das Vertrauen wiederhergeſtellt war, bereits auch Spuren von Annehmlichkeiten ſich blicken ließen.
„So ſind Sie alſo gekommen, um uns zu verſtär⸗ ken?“ ſagte Monſoon,„das iſt wirklich ſehr vernünftig; denn obſchon wir heute uns ſelbſt durch unſere Tapfer⸗ keit in Staunen verſetzt haben, ſo zweifle ich doch an unſerer Ausdauer.“
„Ja, Herr Major, dieſer Auftrag hat mir große Freude gemacht; ich hatte mir immer gewünſcht, unter Ihren Befehlen einige Kriegserfahrung zu ſammeln. Darf ich Ihnen meine Depeſchen überreichen?“
„Jetzt nicht, Charley— jetzt nicht, mein Innge. Wir müſſen vor Allem für ein Abendeſſen ſorgen. Uebri⸗ gens erinnern Sie mich eben recht daran, daß ich gleich⸗ falls eine Depeſche abſenden muß. So wahr ich lebe, es iſt ein großes Glück, daß Sie hier ſind; Sie ſollen den Kriegsſecretär machen und für mich ſchreiben; hier, da— wie geſcheidt von mir, daß ich daran dachte! und es war doch bloſer Zufall; man hat ſo viel—“ Solche abgebrochene Sätze murmelnd öffnete der Major eine große Brieftaſche mit Schreibmaterialien, legte ſie vor


