Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1846)
Entstehung
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chen, wenn er an uns nur eine einfache Frage zu rich⸗ ten hatte.

Unter der liebenswürdigen, damit charakteriſirten Klaſſe, that ich mich am meiſten hervor, indem ich je⸗ doch vorſichtiger Weiſe einen höflichen Ton beibehielt, der mich jedenfalls vor offenen Klagen ſicher ſtellte. Aber meine Gleichgültigkeit und Unparteilichkeit ließ ſich durch kein noch ſo dringendes Geſchäft irremachen oder aus dem Gleiſe bringen, und meine Verbeugung gegen Soult und Maſſena war ebenſo kalt und abgemeſſen, wie meine einſylbigen Antworten.

In gewöhnlichen Fällen klingelte der Kaiſer beim Schluß jeder Audienz mit ſeiner kleinen Glocke, als Zei⸗ chen, daß jetzt der Nächſte nach der Ordnung des Er⸗ ſcheinens im Vorzimmer vorgelaſſen werden ſolle; bei wichtigen Veranlaſſungen dagegen wurde uns am Mor⸗ gen eine Namensliſte der Perſonen gegeben, die der Reihe nach vorgelaſſen werden ſollten und dieſe Anord⸗ nung konnte durch keine zufälligen Umſtände mehr um⸗ geſtoßen werden.

Es ſind jetzt ungefähr vier Monate, daß mir an einem ſchönen Morgen eine ſolche Liſte übergeben wurde. Se. Majeſtät beſchäftigte ſich eben mit einer genauen Prüfung der Seemacht des Reiches, und als ich gleich⸗ gültig die Namen überſah, las ich beinahe nichts Ande⸗ res als Viceadmiral ſo und ſo, Commandant ſo und ſo, man bekam alſo ſtatt der gewöhnlichen Pracht ſchimmern⸗ der Uniformen und Orden bedeckter Marſchälle weiter Mihne als das einfache Blau und Gold der Seeofftziere zu ſehen.

Die Marine ſtand bei dem Kaiſer nicht in hoher Gunſt, und ſo war denn auch meinerſeits der Empfang dieſer ſeltenen Gäſte Nichts weniger als zuvorkommend. Die frühen Morgenſtunden hatten wie gewöhnlich der Polizeiminiſter und der Herzog von Baſſano in Anſpruch genommen, die, nach ihrem langen Aufenthalt beim Kaiſer zu ſchließen, wichtige Mittheilungen zu machen