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maßen, daß ich in der That nicht wußte, wo ich war. Mit Blitzesſchnelligkeit richtete ſich meine ſrühere Woh⸗ nung vor mir auf mit ihren glücklichen Herzen; die alten vertrauten Geſichter tauchten empor; das frohliche Lachen erſcholl an meine Ohren; da ſaß mein alter, theurer Oheim, mit ſtrahlendem Auge und ſanfter Stimme ſei⸗ nen Gäſten einen herzlichen Willkomm entbietend; dort war Boyle; dort Conſidine; dort hingen die grimmigen Bilder, welche die alten Wände ſchmückten, deren ſchwar⸗ zes, eichenes Getaͤfel vom glühenden Torffeuer beglänzt wurde; da war mein eigener Platz, jetzt leer und unbe⸗ ſetzt; mich däuchte, meines Oheims Augen ſeyen darauf gerichtet und ich höre den lieben alten Herrn ſagen: „Der arme Junge! wo er jetzt wohl ſeyn mag?“ Mein Herz ſchwoll; meine Bruſt hob ſich; die Thränen rollten mir langſam über die Wangen, als ich mich fragte: „Werde ich fie wohl wieder ſehen?“ O wie wenig, wie ungemein wenig gelten uns die gewöhnlichen Segnungen des Lebens, bis irgend eine Veränderung ſie uns raubt, und wie theuer ſind fie uns, wenn wir ſie verloren ha⸗ ben! Meines Oheims düſtere Ahnung, daß wir auf Erden nie wieder zuſammentreffen werden, fiel mir jetzt zum erſten Mal ſchwer auf die Seele, und mein Herz war ſo voll, daß es hätte berſten mögen. Was konnte mir den Schmerz dieſes Augenblicks erſetzen, da ich an ihn dachte— meinen erſten, meinen beſten, meinen ein⸗ zigen Freund, den ich verlaſſen hatte, und wie freudig hätte ich den glänzenden Vorſpiegelungen des Chrgeizes entſagt, um wieder neben ſeinem Stuhle ſtehen, ſeine Stimme hören, ſein Lächeln ſehen, ſeine Liebe fühlen zu fönnen! Ein lautes Lachen von der Kajüte her er⸗ weckte mich aus meiner trübſeligen, ſchwermüthigen Träu⸗ merei, und in demſelben Augenblick verkündete mir Mi⸗ ckeys wohlbekannte Stimme, der Kapitän ſuche mich überall, indem das Abendeſſen bereit ſtehe. So wenig ich mich in einem ſolchen Augenblick für frohe Geſellig⸗ . 4*


