Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1846)
Entstehung
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Wolken zurück, welche ruhig am Himmel ſtanden. Das gute Schiff ſchwankte in ſchwerer, humpelnder Bewegung hin und her; das Tauwerk klapperte, die Bretterver⸗ ſchläge knarrten; die Segel ſchlugen verdrießlich gegen den Maſt an; ſelbſt die Seemöven ſchienen zu ſchlafen; Alles auf der See und am Himmel deutete auf Wind⸗ ſtille. Kein Matroſe lief auf dem Verdeck umher, keine Schildwache rührte ſich, ſelbſt die Steuerreepe waren verlaſſen;— da ſie mit jeder Bewegung des Schiffes hin und herſchwankten, ſo ſahen wir hieraus, daß wir keine Steuerung hatten, ſondern wie ein bloßer Klotz auf dem Waſſer lagen.

Ich ſaß allein auf dem Bug und verſank in tiefes Nachdenken über Vergangenheit und Zukunft. Wie glück⸗ lich iſt es für uns eingerichtet, daß ſelbſt in den beweg⸗ teſten Verhältniſſen da und dort ſolch kleine Ruhepunkte ſich einſtellen, von wo wir wie von einer Anhöhe auf die Straße zurückblicken, die wir bis jetzt gewandelt, und einen ernſten Blick auf die dunkle Strecke vor uns werfen. Wenn wir auf unſere irdiſche Pilgerfahrt zum erſten Mal ausziehen, dann find das wirklich koſtbare Augenblicke, wo bei überſprudelndem Herzen und hoch⸗ fliegendem Geiſt, bei einem ungetrübten Glauben an Alles und Vertrauen auf Alles unſere Jugend aus allen Gegenſtänden, die uns in den Weg kommen, zurück⸗ ſtrahlt, und wir wie Narciſſus nur unſer eigenes Bild im Waſſer anbeten. Weiterhin im Leben nehmen uns die Sorgen, Aengſten und Geſchäfte der Welt mehr und mehr in Anſpruch; und ſolche Augenblicke werden ſeltener und kürzer. Manch glänzender Traum iſt verſcheucht, gar manche zauberiſche Viſion verdrängt worden durch eine dunkle Wirklichkeit; vernichtete Hoffnungen, falſche Freundſchaften haben das Herz allmählig verhärtet, das einſt für jedes ſanfte Gefühl empfänglich geweſen; die Zeit beginnt ihre Macht an uns zu üben; aber wie die wohl im Gedächtniß haftende Melodie, der wir in unſerer

Lever, O'Malley. II. 4