Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3

„So ein Bischen holländiſch,“ meinte der Kapitän, eine dichte Rauchwolke ausſtoßend,„ein Bischen rund an Bug und Schiffsraum, nicht wahr, he?“

„Sie wandten ſich alſo den Wittfrauen zu?“ fragte Power.

„Allerdings, ich kann's nicht läugnen, Wittwen find immer meine Paſſion geweſen. Ich lobe mir eine Frau, die über die linkiſche Zierlichkeit und Mädchenhaftigkeit der frühern Jahre hinaus iſt, einige Weltkenntniß und Verſtand genug beſitzt, um zu wiſſen, was ſie eigentlich will, und wohin ſie ſich wenden ſoll.“

„Etwa, wie die Paſſatwinde,“ bemerkte die Theer⸗

jacke. 1„Solche Frauen,“ fuhr der Adjutant in ſeiner Er⸗ klärung fort,„ſind auch in Beziehung auf den Vermö⸗ genspunkt den Jungfern weit vorzuziehen. Ich frage jeden Mann, ſey er auch Polizeibeamter oder Kanzler, ob er uͤber die Mitgift einer jungen Lady etwas Be⸗ ſtimmtes ſagen kann. Beim erſten Eintritt in die Fa⸗ milie flüſtert uns ein guter Freund zu:„Nur zu, alter Knabe, vierzigtauſend, keinen Pfennig weniger;“ ein paar Wochen ſpäter, wenn die Belagerung bereits vorange⸗ ſchritten iſt, geht eine alte Tante trotz all ihrer Prahl⸗ ſucht auf zwanzigtauſend herab; dies vermindert ſich bald abermals um die Hälfte, und dann iſt noch überdies das Geld in Kapitalien zu kaum drei Prozenten ausgeliehen. Man geht noch ein wenig weiter und eines Tags erklärt der Papa bei einem Glaſe Wein ganz unaufgefordert, daß ſeine Tochter ſünftauſend Pfund beſitze, wovon zwei⸗ tauſend in mexikaniſchen Staatspapieren und die übrigen dreitauſend in iriſchen Pfandverſchreibungen angelegt ſeyen.“

„Dann darf man von Glück ſagen, wenn dies nicht in Galway iſt; denn wer dort eine Pfandverſchreibung aufkünden will, der wird ohne Gnade und Barmherzig⸗ keit herausgefordert und todtgeſchoſſen.“

„Ja, der Teufel hole Galway,“ ſagte der Adjutant;