Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1846)
Entstehung
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aber ſtatt wie gewöhnlich, vier Tritte auf einmal, nach dem Beſuchszimmer zu eilen, trat ich in das ſchmutzige, kleine Zimmer rechts und erſuchte Matthew, den ver⸗ ehrungswürdigen Diener des Hauſes, Mrs. Dalrymple zu ſagen, daß ich ſie auf einige Minuten allein zu ſpre⸗ chen wünſche, wenn es ihr nicht unbequem ſey.

Vielleicht verrieth ſich in meinem Weſen eine ge⸗ wiſſe Aufregung, ein unſtäter Blick oder ein Zittern in meiner Stimme, oder vielleicht war es die ungewoͤhnliche Stunde, oder der noch ungewöhnlichere Umſtand, daß ich nicht in das Wohnzimmer ging, kurz in der Seele des guten Matthew erhoben ſich einige Bedenken über den Zweck meines Beſuchs, und anſtatt meinem Auftrag gemäß Mrs. Dalrymple ſogleich zu melden, daß ich hier ſey, ſchloß er vorſichtig die Thüre, warf einen ſchnellen, aber zufriedenen Blick im Zimmer umher, um ſich zu überzeugen, ob wir auch allein ſeyen, lehnte ſich dan gegen die Wand und ſtieß einen tiefen Seufzer aus.

Wir ſchwiegen beide; ich in Erſtaunen verſunken über die etwaige Abſicht des Alten, er aber, ohne Etwas von meiner Ueberraſchung zu begreifen, hieng ſeinen eigenen Gedanken nach und vertiefte ſich ſo ſehr darein, daß er für Nichts, was um ihn her vorging, Augen oder Ohren hatte. Es lag in dem alten, verwitterten Geſtchte ein eigenthümlicher, höchſt komiſcher Ausdruck, der mich im Anfang faſt lachen machte; aber bei län⸗ gerer, genauerer Beobachtung bemerkte ich, daß trotz der langen Runzeln und Furchen, welche niedrige, iriſche Spaßhaftigkeit und Schalkhaftigkeit um ſeine Mundwin⸗ kel gezogen, der eigentliche Charakter ſeines Blicks tiefer Kummer und Mitleid war.

Ohne Zweifel ſind meine Leſer ſchon auf viele in⸗ tereſſante Erzählungen geſtoßen, worin der argloſe Wan⸗ derer in einem fernen Lande durch einen bloßen Wink, einen Blick, ein Zeichen, das irgend ein Menſch, der auf der Bahn des Verbrechens noch weniger vorgerückt⸗ und noch nicht ſo tief in den Pfuhl des Laſters verſun⸗