55
Ich brauche kaum zu bemerken, daß dieſe Rede durch ein allgemeines ſchallendes Gelächter unterbrochen wurde, in welches der treffliche Bartkratzer— ich muß ihm dies zum Ruhme nachſagen— ſelbſt herzlich mit einſtimmte. Kaum waren indeß die luſtigen Töne zu ſcheinbarer Ruhe eingelullt, als die Thüre ſich öffnete und der Wirth und die Wirthin eintraten, Mrs. Blake erſchien in der ganzen Fülle ihrer Reize, in einem kar⸗ moiſinrothen Atlaskleide, deſſen Friſche indeß vorn durch einen Fettfleck, ungefähr von der Größe und Geſtalt des europäiſchen Continents auf Arrowſmiths Atlas einen ſchmerzlichen Eintrag erlitt; ein Kragen von Schwanen⸗ dunen bedeckte ihre Schultern; maſſive Armbänder ſchmuͤckten ihre Handgelenke, während von ihren Ohren zwei iriſche Diamantringe herabhiengen, die an Größe und Werth mit den Glasgehängen eines Kronleuchters wetteiferten. Was an Eleganz abging, erſetzte ſie reich⸗ lich durch die Wärme und Herzlichkeit, mit der ſie ihre Gäſte begrüßte, als ſie ihre umfangreichen Formen auf dem Sopha poſtirt hatte und die Geſellſchaft um ſich her betrachtete, ſah ſie aus wie die perſonifieirte Gaſt⸗ freundſchaft ſelbſt. 3
Nachdem der alte Kellermeiſter Simon zu verſchie⸗ denen Malen bie Thüre geöffnet und wieder geſchloſſen, und wenigſtens fünfmal die Geſellſchaft überzählt hatte, bis er ſich der Richtigkeit ſeiner Zahl vergewiſſert, wurde endlich das Mittagsmahl angekündigt, Jetzt kam ein Augenblick großer Schwierigkeit, die Mr. Blake, vermöge ſeiner taktvollen Umſicht, ſehr gerne auf andere Schultern gewälzt hätte, denn er wußte wohl, daß die Anordnung eines Saales voll von Mandarinen aller Art, blau, grün und gelb, nur ein Kinderſpiel war gegen das Geſchäft, eine Geſellſchaft Galwayer in das Speiſe⸗ zimmer zu führen.
Zum Beiſpiel, da war Miles Bodkin, deſſen Groß⸗ vater ein Lord geworden wäre, wenn ihn nicht Crom⸗ well an einem ſchönen Vormittage hätte hängen laſſen.


