nen jämmerlichen Charakter vervollſtändigte. Er trug einen dicht zugeknöpften, einreihigen Rock und im Knopf⸗ loch ein rothes Band, die Dekoration aus einem frem⸗ den Dienſte, die ihrem Inhaber den Grafentitel verlieh, und obſchon Billy Conſidine, wie ſeine Freunde ihn ver⸗ traulich nannten, mit Leib und Seele Irländer war, ſo hatte er doch gegen die Titulatur, die er ſich in der öſterreichiſchen Armee erworben, ganz und gar Nichts einzuwenden. Der Graf war wirklich keine Schönheit, aber nur ſehr wenig Leute fühlten Luſt, ihm dies zu ſagen, denn eine tödtlichere Hand und ein ſichereres Auge hat niemals einen Gegner im Phönir nieder⸗ geſtreckt, und obſchon er keinen Sitz im Hauſe hatte, ſo wurde er doch immer als ein Mann der Regierungs⸗ partei betrachtet, die mehr als einmal den Feuereifer eines Oppoſitionsmannes durch die ſehr bedeutungsvolle Drohung, Billy auf ihn zu hetzen, abgekühlt hatte. Die dritte Figur in der Gruppe war ein großer, kräftig gebauter ſchöner Mann, älter als die beiden Andern, ohne jedoch in Stimme oder Haltung eine Spur von der Macht der Zeit zu verrathen. Er trug den grünen Rock und die gelbe Weſte, welche die Uniform des Klubs bildeten, und die hohe, breite Stirn, das klare, wohlgebildete Auge, ſo wie der noch immer ſchöne Mund bewieſen, daß keine große Schmeichelei nöthig war, um Godfrey O'Malley den ſchönſten Mann in Irland zu nennen.
„So wahr ich da ſitze,“ ſagte Sir Harry, die Feder verdrießlich wegwerfend,„ich bring' es nicht zu Stande; ich habe mir's ſo verdammt angewöhnt, tolles Zeug zu ſchwatzen, daß ich nichts Geſcheidtes mehr ſchreiben kann, auch wenn ich ſollte.“ 3
„Nun, nun,“ meinte O'Malley,„verſuchen Sie's noch einmal, mein Lieber; wenn es Ihnen nicht gelingt, ſo haben Billy und ich vollends agar keine Hoffnung.“
„Was haben Sie geſchrieben? Laſſen Sie's doch ſehen,“ ſagte Conſidine, das Papier an ſich ziehend und


