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Zwölftes Kapitel.
Fragmente aus dem Leben auf einem Schloſſe
Ausgeſtreckt auf einem großen, altmodiſchen Sopha, wo ein Burgomaſter Raum genug gehabt hätte, um ſich gütlich zu thun, in aller Bequemlichkeit, die Schlafrock und Pantoffeln darbieten können, wahrend die küble Luft durch die Fenſterblende ſanft ab⸗ und zuwehte, vermiſcht mit den einlullenden Tönen von Wald und Waſſer— mit dem Geſumme der Sommer⸗Inſekten und dem fernen Jubel eines ländlichen Geſanges— ſank ich in einen Schlaf jener köſtlichen Art, wo Träume mit ſo ſchwachen Umriſſen erſcheinen, daß ſie keine Verſtimmung zurück⸗ laſſen, wenn wir erwachen: ſchattengleich vor der Seele flatternd leben ſie nur in einer angenehmen, vagen, un⸗ beſtimmten Erinnerung, ohne ein trauriges Gefuͤhl über unerfüllte Erwartungen oder nicht zu verwirklichende Hoffnungen einzuflößen. Ich wollte, meine Traͤume möchten immer dieſe Geſtalt annehmen, es iſt ein trau⸗ riges Ding, wenn ſie handgreiflich werden— wenn Zuüge und Blicke, Augen. Hände, Worte und Seufzer zu ſtark in unſern ſchlummernden Seelen aufleben— und erwachen wir dann zu der kalten Wirklichkeit unſerer täglichen Sorgen und Mühen, ſo erſcheinen uns dieſe des bloßen Kontraſtes wegen noch zehnmal ſchwerer. Nein! man gebe mir lieber den ſchwachen, ſchwimmen⸗ den Umriß— das ſchattige Bild der Freude, als das lebhafte Gemälde, das zuletzt nur mit der Ueberzeugung endet, daß ich immer nur Chriſtopher Sly, oder was auch ziemlich auf das Gleiche hinausläuft, immer nur— Arthur O'Leary bin.
Dennoch möchte ich nicht, daß man mich für unzu⸗ frieden mit meinem Schickſal halte; weit entfernt. Ich wählte meinen Pfad frühe im Leben, und ſah nie einen Grund, die Wahl zu bereuen. Wie viele können dieß von ſich ſagen? ich fühlte, daß, während die zarten
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