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meſſen, und könnte nöthigenfalls, wenn den Deichen etwas begegnen ſollte, als Schleußenthor gebraucht wer⸗ den. Vor ein Uhr am Tage war er nie zu ſehen, aber genau wenn die Glocke dieſe Stunde ſchlug,— wurde die maſſive Suppenſchüſſel, welche den Anfang der Table d'Hote ankündigte, feierlich vor ihm bergetragen, während er langſamen, gemeſſenen Schrittes, den Schöpf⸗
folgte. Sein Benehmen bei Tiſche war ein ergötzliches Muſter von holländiſcher Charakter⸗Unabhängigkeit— er dachte nie daran, den Gäſten jene kleinen Aufmerkſam⸗ keiten zu widmen, wodurch man ſich ſonſt dieſelben geneigt zu machen ſucht; er ſprach wenig, lächelte nie⸗ mals; ein kurzes Nicken gegen einen Mitbürger, zum Zeichen, daß er ihn kenne, war ungefähr der höchſte Grad königlicher Gunſt, die er jemals erzeigte, oder ge⸗ legenheitlich, wenn eine in ſeiner Nähe gemachte Be⸗ merkung ihm Beifall zu erregen ſchien, beſtätigte ein bezeichnendes Beifallagrunſen die Weisheit der Rede, und machte aus dem Sprecher einen Solon. Sein Löffel ſtieg in die Suppe hinab und tauchte daraus hervor mit der gewichtigen Regelmäßigkeit eines Krahns im Kielraume eines Schiffes. Jedes Tafelgeſchäft wurde mit ununterbrochener Eintönigkeit verrichtet und in dem Laufe ſeiner vierzigjährigen Souveränität kam es nie vor, daß er einem ſeiner Gäſte eine größere Menge Fett oder eine größere Portion Rübenſauce austheilte, als einem andern.
Die Table d'Hote, die um ein Uhr begann, ſchloß kurz vor drei, während welcher Zeit unſer Wirth, wenn er nicht andere bediente, emſig damit beſchäftigt war, ſich ſelbſt zu bedienen, und es war in der That erſtaun⸗ lich, die ausdauernde Beharrlichkeit zu beobachten, womit er durch jedes Gericht hindurch watete, indem er ſich jeder Portion des Diner in allen ſeinen Einzelnheiten, von der fetten Suppe an bis zum Gipfel des holländi⸗ ſchen Epikuräismus— zum Utrechterkäſe bemeiſterte.


