5⁵ Ihre Rückkehr bereit ſtehen, und Sie werden keinen Augenblick verlieren, nach Paris zurückzueilen.“
Es war in der erſten Hälfte der folgenden Woche, eine Stunde nach Mitternacht, daß eine kothbeſpritzte Kaleſche in den Hof des Hôtels des Miniſters fuhr, und fünf Minuten nachher wurde Franz ermüdet und erſchöpft vor Herrn v. Louvois geführt.
„Nun, mein Herr,“ fragte er ungeduldig,„was haben Sie geſehen?“
„Dieß, wenn Ew. Exeellenz es gefälligſt anſehen will,“ ſagte Franz zitternd,„iſt ein Verzeichniß darüber; aber ich ſchäme mich, daß ein ſo gewöhnlicher Be⸗ richt——“
„Laſſen Sie hören,“ ſagte der Miniſter.
„In allem Ernſt, ich wage kaum, einen ſo läppi⸗ ſchen Bericht vorzuleſen.“
„Leſen Sie ihn auf der Stelle, mein Herr,“ lautete der ſtrenge Befehl⸗
„Franz Geſicht wurde von tiefer Schamröthe über⸗ zogen, als er folgendermaßen begann:—
„Neun Uhr.— Ich ſehe einen Eſel daherkommen und ein Kind, das ihn führt. Der Eſel iſt auf einem Auge blind.— Ein fetter Deutſcher ſitzt auf dem Bal⸗ kon und ſpuckt in den Rhein——„
„Zehn.— Ein Liyree⸗Bedienter von Baſel reitet vorüber mit einem Korb. Ein alter Bauer in einem gelben Wams——,
„Ah, was iſt mit ihm?“
„Nichts merkwürdiges, außer, daß er ſich über das Geländer lehnt und mit ſeinem Stocke drei Schläge darauf thut.“
„Genug, genug,“ ſagte Herr v. Louvois aufge⸗ räumt.„Ich muß ſogleich den König wecken.“
Der Miniſter verſchwand und ließ Franz ganz ver⸗ dutzt zurück. In weniger als einer Viertelſtunde trat
er wieder ins Zimmer, mit dem ganzem Geſichte lächelnd.


