Teil eines Werkes 
6. bis 9. Bändchen (Schluß.) (1846)
Entstehung
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323 bringen, woher zwei Drittel davon kamen und wie ſie Wind von einem Abendeſſen erhielten.

Schauſpieler ſind in allen Ländern ebenſo eigenthüͤm⸗ liche Leute, wie die Zigeuner. Sie haben eine eigene Sprache, Tracht und Lebensweiſe. Sie eſſen, trinken und heirathen unter einander; und ihrer Organiſation nach ſollte es mich in der That nicht wundern, wenn ſte in irgend einem verborgenen Winkel Europas einen König hätten, der einſt mit großem Pomp wieder auf den Thron geſetzt werden ſoll. Sie zeichnen ſich wenigſtens allenthalben in der alten und neuen Welt wo ich ſie getroffen habe durch Einen nicht zu ver⸗ läugnenden Zug aus, und dieſer beſteht in einer unbe⸗ ſchränkten Aufrichtigkeit in ihrer gegenſeitigen Würdi⸗ gung. Freimüthigkeit iſt das Kennzeichen ihrer ganzen Zunft, und unter allen Klaſſen, mit denen ich je das Glück hatte, umzugehen, ſind ſie in dieſer Hinſicht ohne Ausnahme am aufrichtigſten. Da iſt nichts zu ſcharf, nichts zu herb, was ſie nicht ſagten, kein Stoß geht zu tief, kein Stich iſt zu fatal; es iſt ein wildes Tur⸗ nier, wo jeder Stoß und jeder harte Hieb erlaubt iſt. Dieſe Eigenthümlichkeit ihrer ſozialen Welt giebt ihnen einen Anſtrich groſſer Freiheit in ihrem ganzen Verkehre mit Fremden, und führt ſie zuweilen in ihrem Beneh⸗ men zu einem etwas auffallenden Uebermaß von Unge⸗ bundenheit. Vertraulichkeit gleicht bei ihnen jenen tro⸗ piſchen Baumen, die in einer einzigen Nacht zwanzig Fuß hoch aufſchieſſen. Sie treffen uns bei der Probe, und noch ehe am Abend der Vorhang aufgeht, herrſcht zwiſchen uns eine Freundſchaft auf Leben und Tod. Bühnen⸗Sitten und Garderobe⸗Zimmer⸗Geſpräche ge⸗ ſtatten das eccentriſche Weſen, das andre Leute nicht zeigen durfen, und wenn wir auch gegen einen Mr. Tuft, der ein Darlehen von fünf Pfund von uns ver⸗ langt, Widerwillen empfinden, ſo können wir doch dem Jeremias Diddler nicht böſe ſein. Bei dieſer doppelten

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