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Und ſo kamen wir durch manchen engen Gang und manche noch engere Thüre, Treppen auf und Treppen ab, über Bänke und Sceidewände endlich an die Bühne ſelbſt. Der Vorhang war aufgezogen, und vor demſelben lag in gähnender Schwärze das Parterre des Hauſes— eine düſtere, traurige Höhle; die dunklen Zellen der Logen, und die langen leeren Bänke der Gallerie machten einen unbeſchreiblich melan⸗ choliſchen und niederſchlagenden Eindruck. Darüber hien⸗ gen die verſchiedenen Himmels⸗ und Monds⸗Seenen, im kalten Winde hin und her flatternd, der, der Himmel weiß, woher kam, aber mit einer ſchneidenden Schärfe, die ich nie innerhalb eines Hauſes fühlte; der Hintergrund der Bühne dagegen verlor ſich in düſterer Ferne, wo Bruch⸗ ſtücke von Hütten, Waldungen, Mühlen, Bergen und länd⸗ lichen Brücken bunt untereinander gemiſcht lagen— das Chaos einer Bühnenwelt.
Der Herr Direktor ſchwang ſeine gezogene Kerze über ſeinem Kopf hin und her, gleich einem Bühnen⸗ Magiker, Geiſter und verdammte Kobolde anrufend, wäh⸗ rend er aus einem Werneriſchen Stücke einige Zeilen aus einer Geiſterbeſchwörung vortrug.
„Gelobt ſey die heilige Maria!“ ſagte der Herr Stauf, fromm ſich ſegnend; denn er hatte das Ganze als einen Akt der Andacht betrachtet.
„Und nun, Freund,“ fuhr der Direktor fort,„warten Sie hier an dieſer Quelle, in einigen Minuten werre ich zurückkehren.“ Mit dieſen Worten entfernte er ſich, indem er Stauf und mich in vollkommener Dunkelheit zurückließ— ein Umſtand, der, wie ich bald entdeckte, meinem Freunde um kein Haar angenehmer war, als mir ſelbſt.
„Hier iſt es ſchrecklich, im Finſtern zu ſeyn,“ ſagte Stauf ſich hart an mich drängend;„Sie wiſſen es nicht, aber ich weiß es, daß dieß früher das Auguſtinerkloſter war, und daß die Mönche alle vom Kurfürſt Friedrich ermordet wurden, im— was war das? Haben Sie dort nichts wie eine blaue Flamme geſehen 2„


