312 Theile der Stadt in ein Qnartier von engen Straßen und ärmlichen Häuſern, über deren Dächer hinweg ich von Zeit zu Zeit einen Blick auf die Feſtungswerke werfen konnte, denn wir waren am äußerſten Ende der Stadt.
„Weißt Du ganz gewiß, daß dieß der Weg iſt?“ fragte ich, denn ich fing an zu fürchten, er möchte meine Frage mißverſtanden haben.
„Ja, ja— da war es— da war das Theater;“ damit deutete er auf ein großes Gebäude von dunklen Steinen am Ende der Straße, deſſen Wände mit ver⸗ ſchiedenen Zetteln und Ankündigungen beklebt waren, worauf lich, als ich näher fam, verzeichnet fand, was die Diener Seiner Majeſtät dieſe Nacht ſpielen wollten, nämlich„Den Junker in der Reſidenz,“ und als Nachſtück„Die Krähwinkler.“ Es war ein ſehr üppiges Verzeichniß von Schauſpielern und Schauſpielerinnen da, mit Namen, die ſo ſchwer auszuſprechen waren, wie die Gerichte eines Speiſezettels; auch ſtand etwas von einem Ballet und muſikaliſchem Intermezzo darauf.
Nun— ſagte ich zu mir ſelbſt— das nenn' ich Glück. Ich entließ meinen kleinen Trabanten und ging auf die Thüre zu, die innerhalb eines tiefen Säulen⸗ ganges ſtand.
Wie groß war aber mein Erſtaunen, als ich ſie geſchloſſen fand— ich ſah mich nach allen Seiten um, aber da war kein anderer Eingang zu finden; außerdem ließ die gedruckte Liſte der Plätze und Preiſe keinen Zweifel darüber, daß dieß der regelmäßige Eingang war. Da hilft am Ende keine Liſt— dachte ich— dieſe Deutſchen ſind ſeltſame Leute, vielleicht öffnen ſie die Thüre nicht eher, als bis man klopft, wollen wir's alſo verſuchen.
„In's Himmels Namen, was iſt das?“ ſchrie eine ärgerliche Stimme, während eine keineswegs würdevolle Frau aus einem Fenſter vom Umfang eines Quadrat⸗ ſchuhes oberhalb der Thüre herausſah.—„Was wollen


