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wird kaum eine ſolche Frage aufwerfen. Können Zwi⸗ ſchenwälle und Baſteien— Gräben und Halbmonde die Intelligenz eben ſo wirkſam ausſchließen, als den Feind? Sind Batterien eben ſo verderblich für Vergnügungen als für Peletone? Ich weiß es nicht, aber ſo viel will und kann ich ſagen, daß ich die traurigſten Tage und Nächte in Feſtungen zugebracht habe. Wo die Werke alt ſind und zerfallen, da dringt vielleicht durch die Spalten und Riſſe ein kleiner Schimmer von der Außen⸗ welt hinein, wie in Antwerpen und Mainz; wo ſie aber ſorgfältig unterhalten werden— wo die Graͤben voll— auf den Wällen kein Unkraut— die Palliſaden und Schilderhäuſer mit friſchem Grün angeſtrichen ſind, da helfe uns Gott!
In dem abgemeſſenen Schlendrian des Militärdien⸗ ſtes muß etwas liegen, das ſeinen Einfluß auf die Ein⸗ wohner uüͤbt. Des Morgens beim Signal einer Kanone ſtehen ſie auf, bei einem andern gehen ſie zu Bett, mit dem Trommelſchlag gehen ſie zu Tiſche und für jede von den vier und zwanzig Stunden gibt die Be⸗ ſatzung das Kommandowort. Da iſt kein Leben, keine Bewegung, eine Patrouille oder eine Streifwache ſind die einzigen Dinge, denen man begegnet, und wenn wir beim Rollen von Rädern die Ohren ſpitzen, ſo iſt es am Ende nichts als ein Pulverwagen mit einer Kor⸗ porals Wache.
Theater können an ſolchen Plätzen kaum eriſtiren, ein Buchhändler würde in der erſten Woche ſterben, es gibt weder Soireen noch Geſellſchaft. Billard und Bier bilden in einer fremden Armee das Hauptvergnügen des Offiziers, und gewiß, ſie verdienen wenigſtens Ein Lob, ſie ſind wohffeil.
Da nun in Erfurt wenig zu ſehen und noch weniger zu thun war, ſo beſchloß ich, am nächſten Tage in der Frühe nach Weimar aufzubrechen, ein guter Entſchluß für den nächſten Tag, aber wie ſollte der heutige zuge⸗ bracht werden?


