Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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ſten Runzeln, die jemals ein menſchliches Antliz verzertten. Der Kopf wäre kahl geweſen ohne eine ſpärliche Perrücke die mit dem Namen Javy bezeichnet wird, durch die Zeit zuſammen⸗ geſchrumpft, bedeckte ſie nur die Höhe des Schei⸗ tels, bewegte ſich dort bei jedem Rucke der Stirn und der Augenbrauen, und diente dem Ausdruck von hundert Empfindungen, welche andere Per⸗ rücken gar nicht kennen. Es war die ſonderbarſte Perrücke, die jemals eines Menſchen Schädel be⸗ deckte, ganz wie ihr Beſizer einzig in ihrer Art.

Kein ſchwellender Lockenbau, noch methodiſch recht⸗

linige Genauigkeit, keine Fülle, keine Hufform, ſondern ein unwirriſches, widerſpenſtiges, übel geordnetes Neſt, das nur der Hülſe eines Sin⸗ chelſchweines ähnelte.

Der Anzug dieſer ſonderbaren Ericheinung beſtand in einer recht prunkenden hellbraunen Livrée mit Orange⸗Aufſchlägen, grau Plüſchener Weſte und kurzem Beinkleid, auf das reichlichſte mit goldenen Treſſen verbrämt und eingefaßt, ſeidenen Strümpfen, Schuhen mit ungeheuren Schnallen, die faſt den ganzen Fuß bedeckten, und in ihrem unächten Glanze mit dem durchdringenden Fun⸗ keln der Augen ihres Beſizers wetteiferten. Nach⸗ dem er die Thüre ſorglich hinter ſich zugemacht, ging er mit feierlicher, faſt gebieteriſcher Würde