Freundſchaften zwiſchen[Leuten entſtanden, die einander kaum dem Namen nach kannten.
Was auch difficilere Kritiker von ſolchen Gewohn⸗ heiten halten mochten, ſo Viel iſt gewiß, daß ſie Peter Dalton als bewunderungswürdig vorkamen. Nach ſeiner Anſicht war die Welt ein großer Donnybrooker Markt, auf den Jedermann kam, um zu amüſiren und um ſich amüſiren zu laſſen. Ernſte Geſichter und ſorgenvolle Blicke ſollten, dachte er, zu Hauſe bleiben, und nicht die Harmonie deſſen ſtoͤren, was er für eine große geſellige Verſammlung hielt.
Es läßt ſich aus dieſem leicht ſchließen, welcherlei Perſonen ſeiner vertrauten Bekanntſchaft für würdig er⸗ achtet wurden, und wie jeder glattzüngige Abenteurer, jeder wohlgekleidete, erträglich ausſehende, zur Faſhion gehören wollende Menſch ſein Freund wurde. Nichts als die Unbekanntſchaft des ehrlichen Peter mit fremden Spra⸗ chen war Schuld, daß er dieſe ſeine Bekanntſchaften nicht ins Unendliche ausdehnte; und ſelbſt bei dieſem Mangel an Sprachkenntniſſen ſchüttelte er jedem Induſtrieritter Frankreichs und Deutſchlands die Hand, und ging er mit jedem langhaarigen Polen in Baden einen Vertrag ein, wornach man ſich gegenſeitig Cigarren lieh und Feuer gab.
Da er jeden Tag im Curſaale ſpeiſte, ſo kehrte er Abends ſelten nach Hauſe zurück, ohne drei oder vier Menſchen mitzubringen, deren Bekanntſchaft er zufällig gemacht. Dieſe ſtellte er dann Nelly vor, und in der Regel kannte er ſie nicht einmal bei Namen. Aber ſicher⸗ lich waren ſie immer„capitale Burſche,“ und„durchtrie⸗ bene Schlingel.“ Wir wollen nicht ſagen, daß das letztere Lob ſehr übertrieben geweſen ſei;— denn die Mehrzahl dieſer Bekannten war eines ſolchen Panegyrikons vollkom⸗ men würdig. Wenn Daltons lange Geſchichten über Irland und deſſen Freuden oder Beſchwerden für dieſe Herren gar unintereſſant waren, ſo fanden ſie an ſeinem guten Weine und an ſeinen vielen Cigarren einigen Er⸗


