223 Herr? Sie werden den Wein kühl und nicht ganz ſchlecht finden.“
Mr. Purvis dankte graziös für dieſe Artigkeit und verbeugte ſich, während er trank.
„Bringen Sie doch dieſer Dame die Ortolane, Fritz!“ ſagte Dalton zum Kellner, und Mrs. Nicketts lächelte ihren holdeſten Dank.
„Wir kommen ſchrecklich ſpät,“ ſeufzte ſie,„aber die liebe Fürſtin von Stauffenſchwillingen war den gan⸗ zen Morgen bei uns und wir konnten nicht eher fortkommen.“
„Ich glaubte, Du ſeieſt von der Frau aufgehalten worden, die wegen der Vo— Vo— Vorſtellung ge⸗ kommen, w— w— welche die Seiltänzergeſellſchaft zu geben beabſichtigt.“
„Still, Scroope,— willſt Du ruhig ſein? Theuerſte Martha, iß doch von den Trüffeln nicht. Armes Kind, ſie würden Dein Tod ſein.“
So ſprechend, zog ſie den vor ihrer Schwägerin ſte⸗ henden Teller vor ſich hin.
„Eine hoͤchſt angenehme, gentlemanartige Perſon,“ murmelte ſie mit einem Flüſtern, das offenbar für Pe⸗ ter's Ohren beſtimmt war.
„Wir müſſen ausfindig machen,“ fuhr ſie fort,„wer es iſt. Vermuthlich kennen Sie die Fürſtin, mein Herr? Lieben Sie ſie nicht?“ ſagte ſie, zu Dalton gewandt.
„Traun! Wenn Sie die alte mit Schnupftaback beſudelte Dame meinen, die hieher kommt, um ihre Hunde am Brunnen waſchen zu laſſen, ſo muß ich Ihnen ſagen,— jedoch ohne Sie im Geringſten beleidigen zu wollen,— daß ich durchaus nichts Liebenswürdiges an ihr finde. Soll ich Ihnen die Wahrheit ſagen, Ma'am, ſo müßte ein weibliches Weſen ganz anders beſchaffen ſein, wenn ich mich in daſſelbe verlieben ſollte; ich meine natürlich früher, früher! Ja, ja, die Tage ſind vorüber, wo der Glanz der Schoͤnheit die Ruhe meines Herzens
zu ſtören vermochte.“ 4


