Teil eines Werkes 
Bändchen 12-15 (1852)
Entstehung
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was er leiden muß, wenn man ihm einen Ihrer Verſtoͤße mittheilt! Ich befürchte, es werden manche Demüthigun⸗ gen ſeiner warten! Und welch ein Schritt in einem Augen⸗ blicke, wo dieſe abſcheulichen ſozialiſtiſchen Lehren, wo die gleichmachenden Theorien von Gleichheit, der⸗ lichkeit u. ſ. f. im Schwange gehen! Hoffentlich wird Seine Majeſtät, der Kaiſer, ihm verzeihen,— hoffentlich wird er Ihnen verzeihen!“

Dieß waren ihre Lieblingsreden, und es kehrten die⸗ ſelben ſo oft wieder, daß Kate zuletzt anfing, ſich als eine große Verbrecherin anzuſehen, und ſogar ſich in Spe⸗ kulationen erging über das Loos, das ihr werden würde, wenn der Kaiſer ſich ungnädig erweiſen ſollte.

Dieß waren nur traurige Mittel, die ermüdende Reiſe abzukürzen, und Kate fühlte zum erſten Male wie⸗ der ihr Herz freudig pochen, als die Thürme von Sct. Stephan in der Ferne die Nähe von Wien anzeigten.

Sechsundvierzigſtes Kapitel. In Wien.

Derjenige Theil der Wienerwelt, den man den plau⸗ dernden und mit Klatſchereien ſich befaſſenden nennen kann, hatte einen neuen Gegenſtand für ſeine Vermuthun⸗ gen, als man an einem großen Palaſte in der Nähe des „Hofes“ eine Ehrenwache ſtehen ſah. Alles, was man erfahren konnte, um ſich das Myſterium zu erklären, war, daß an dem vorherigen Abende ein großer Diplomat an⸗ gekommen ſei; und der Himmel weiß, wie viele wunder⸗