all Etwas, wohin er auch das Geſicht kehren mochte, aber jetzt konnte er ſeinen Gläubigern kühn ins Geſicht ſchauen; er brauchte ſich weder mit einem Briefe zu ſchaf⸗ fen zu machen, noch war er zerſtreut, als er an ihnen vorüberging; im Gegentheil, er war ſogar vertraulich, und machte Scherze, und unterfing ſich, die Waaren zu tadeln, für die er einſt faſt dankbar war.
„Schicken Sie Ihren Jungen zu mir, wenn Sie Geld haben wollen,— Sie brauchen keine Rechnung zu ſchicken; ich will Ihnen fünfzig Gulden abſchläglich geben. — Hier haben Sie eine kleine Abſchlagszahlung.— Schreiben Sie mir zehn Napoleons'dor gut, das wird einen Theil meiner Schuld bezahlen; ſie kommen vierzig Kronenthalern gleich.“
Solcher Art waren die kurzen Phraſen, die er im Vorübergehen an die erſtaunten Krämer richtete; denn Peter konnte eben ſo wenig, wie Louis Philipp, eine Rechnung ſehen, ſondern zahlte ſtets Etwas auf Abſchlag. Es koſtete ihm eine ungeheure Anſtrengung, ſie von ſeinem Diner auszuſchließen: er hätte alle die Leute gar zu gern eingeladen, und Nichts, als die Furcht, Nelly zu miß⸗ fallen, konnte ihn verhindern, ſein Wohlwollen in ſolcher Weiſe auf die Leute auszudehnen. Hätte er es gewagt, ſo würde er das ganze Städtchen eingeladen,— ja, er würde die Leute auch betrunken gemacht haben, wenn ſie nch dazu hergegeben hätten. kc„Sie iſt ſo vornehm in ihren Begriffen,“ murmelte er ſteis vor ſich hin;„o über den vermaledeiten Familien⸗ ſtolz! Ich danke Gott, daß ich nie dieſen Fehler hatte. Wenn ich auch wußte, daß wir beſſer ſind, denn andere Leute, ſo machte mich das doch nie unnachbarlich; ſtets war ich offen und geſpraͤchig; mein aͤrgſter Feind konnte mir nichts Anderes ſagen. Ich moͤchte dieſe armen Teufel gar gern zum Eſſen einladen, und ihnen ein Ma in ihrem Leben eine tüchtige Haut voll geben,— ſie müß⸗ ten mir Kate's und Frank's Geſundheit trinken, ſie wür⸗


