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„Oh, dann ſagen Sie mir doch Hanſerl, wie er aus⸗ ſieht! Iſt er jung, und hat er ein offenes Geſicht?— Scheint er der Mann zu ſein, der es verſteht, das Herz eines Mädchens ſo geſchwind zu gewinnen, daß— daß—“
„Nein,— daß ſie nicht Zeit gehabt haben ſollte, an ihre Schweſter zu ſchreiben, und ſie um ihren guten Rath zu bitten, Fräulein,“ ſagte Hans, den Satz Nelly's be⸗ endigend.„Der Fürſt iſt ein kalter, ſtrenger Mann, ſtolz gegen Leute ſeines Gleichen, wie ich glaube, aber herab⸗ laſſend und vertraulich genug gegenüber von Leuten meines Standes. Ich erinnere mich noch, wie er mich nach mei⸗ ner Lebensweiſe fragte;— wie er wiſſen wollte, woher ich wäre, und wie ich lebte. Er ſchien begierig zu ſein, zu erfahren, welche Gedanken Einem kämen, wenn man immer und ewig unter Gegenſtänden von ſo kindiſchem Intereſſe lebte, und er fragte mich, ob ich nicht oft mir einbildete, daß dieſe Scheinwelt um mich her die wirkliche wäre.„„Sie haben Recht, Herr Fürſt,““ ſagte ich;„„am Ende aber ſind wir wenigſtens hier gleich.““—„„Wie ſo?““ ſagte er.—„„Well Ihre wirkliche Welt eben ſo gut ein Blendwerk iſt, wie die meinige.““—„„Du haſt Recht, Zwerg,““ ſagte er nachdenklich, und fing an, nach⸗ zufinnen. Er hätte mſch keinen Zwerg nennen ſollen, denn die Leute kennen mich als Hans Roͤckle,— und der iſt der Gatte Ihrer Schweſter!“
„Iſt er ſanft, und hat er artige Manieren 2“ fragte Nelly eifrig.
„Die Großen ſind ſtets artig, ſo viel ich bis jetzt habe ſehen koͤnnen; nur gemeines Metall klingt laut, Mäd⸗ heh Es gehört mit zu ihrem Stolze, Demuth zu heu⸗
eln.“
„Und ſeine Geſichtszüge, Hans?“
„Sind denen der Porträts ähnlich, die man in der Gallerie zu Würzburg ſieht. Er fieht aus, wie ein Mann, deſſen Leidenſchaften und Temperament für die Feudalzeit


