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unſere Brigade komme in die Lombardei; aber ſelbſt da könnte ich noch fern von ihr ſein; und wäre ich ganz in ihrer Nähe,— wäre ich in derſelben Stadt, ſo würde unſere Stellung uns noch weit mehr trennen.
„O Nelly! Iſt all' der Erfolg, den je der glück⸗ lichſte Ehrgeiz errungen, es werth, daß Familienbande ſo zerriſſen, und Brüder und Schweſtern einander entfrem⸗ det werden? Ich wollte, ich wäre wieder bei Dir, und bei der theuerſten Kate! Ich ſehe hier keine Zukunft; die einförmige Routine der täglichen Disciplin, die Nichts, als Gehorſam lehrt, ſchließt jede Speculation und jede Hoffnung aus!
„Wo find die großen Unternehmungen,— die herr⸗ lichen Chancen, von denen ich oft träumte?
„Meine glücklichſten Momente ſind jetzt die, wo ich der Vergangenheit gedenke,— wo ich mich der langen Winterabende erinnere, die wir neben dem Kamine zu⸗ brachten, während Hans uns vorlas.
„Es gehen Gerüchte um, daß in der europäiſchen Welt große Veränderungen vorgehen werden; für uns aber ſind ſie nur die Donnerſchläge eines fernen Sturmes, der an einem uns noch unbekannten Orte ausbrechen wird. O Nelly! Wenn es zu einem Kriege führte! Wenn dieſe unrühmliche Apathie durch einen glorioſen Kampf unter⸗ brochen würde!
„Adolph hat abermals hergeſchickt, um dieſen Brief holen zu laſſen; ich muß ihn daher ſchließen. Er ſagt, er werde nicht durch Baden kommen, ſondern wolle mei⸗ nen Brief in München der Poſt übergeben. Leb' alſo wohl. theuerſte Schweſter! Sag' dem armen Papa Alles, was Du ihm von mir zu ſagen haſt. Noch einmal herz⸗ liches Lebewohl.
„Frank Dalton.“
„. S. Wenn Du ſchreibſt, ſo mußt Du mir den Brief unter der Adreſſe des„„Herrn Hauptmanns von


