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„Der Fürſt ſcheint ein recht angenehmer Mann zu ſein,“ ſagte der Exconſul, der nicht den entfernteſten Be⸗ griff von dem hatte, was vorging, und bloß ſeinen Inſtink⸗ ten folgte, indem er die hochgeſtellte Perſon pries.
„Die Ketten meines unterjochten Vaterlandes feſſeln meine Hände. Ich bin gebunden wie ein Galérien!“ ſagte Petrolaffsky vor Emotlon ſtöhnend.
„Ich muß Sie noch einmal um Entſchuldigung bit⸗ ten, Madame,“ ſagte Morlache, in das Zimmer hinein⸗ ſchleichend, und ſich leiſe Mrs. Ricketts“ Stuhle nähernd. „Der Fürſt wird Alles,— Gemälde, Tafelgeſchirr, Por⸗ zellan und Bücher fortnehmen laſſen⸗ Hoffentlich wird es Sie nicht incommodiren, bis morgen Mittag dieſes Haus zu verlaſſen—“ 3
„Morgen! Unmoͤglich, mein Herr! vollkommen un⸗ möglich!“
„In dieſem Falle, Madame, müßten wir uns wegen der Hausmiethe mit einander verſtändigen. Seine Hoheit überläßt mir Alles, und ich werde mich beſtreben, Ihren Wünſchen in jeder Beziehung zu entſprechen. Wollen wir für jetzt die Hausmiethe auf zweitauſend Franken per Monat feſtſetzen?“
Dann wandte er ſich, ohne auf eine Antwort zu war⸗ ten, zu dem Polen, und flüſterte:
„Er will Sie wieder in ſeine Dienſte nehmen. Er braucht einen Jäger: Sie ſollen nach Sct. Petersburg. Kommen Sie morgen früh, gegen zehn Uhr, zu mir!— Mr. Foglaß,“ rief er mit lauter Stimme,„wollen Sie, wenn Sie nach London ſchreiben, ſo gut ſein, und ſagen, daß der Firniß an der Droſchke des Fürſten die ruſſiſche Kälte nicht aushalte, und daß ſie, was die Barouche be⸗ treffe, irgend etwas Anderes probiren müßten. Ihr Bruder iſt ein ſinnreicher Burſche, und wird ſchon etwas Anderes finden. Oberſt Haggerſtone, der Fürſt hat Ihren Beſuch nicht erwiedert. Er ſagt, Sie werden den Grund errathen, wenn er ſage, daß er in einem gewiſſen, Ihnen wohl be⸗


