28
„Sie lebt in Herrlichkeit und Freuden!“ brummte Foglaß.„Ihre Extravaganzen kennen keine Grenzen!“
„Ganz richtig! Sie wirft Hunderte zum Fenſter hinaus,— geht mit dem Gelde um, wie wenn es Spreu wäre!“
„ Ich ſelbſt habe bei Madame Fanchone ein Ball⸗ kleid, das ſie beſtellt hatte, geſehen: es kam auf nicht weniger, als auf dreitauſend Franken!“
„Auf dreitauſend Franken! Wie ſoll ich das Alles be⸗ ſtreiten?“ rief Dalton zornig.„Kann mir Jemand einen iriſchen Gentleman ſagen, der in den jetzigen Zeiten und bei einem überſchuldeten Gute ſo extravagante Ausgaben zu beſtreiten vermag?
„Dreitauſend Franken! Und das vielleicht noch für kine ſchlechten Fetzen, der keinen Regenguß aushalten
nnte!
„Oh, Fogles! Sie kennen den Mann nicht, der vor Ihnen ſitzt! Sie wiſſen nicht, welche Prüfungen er durchgemacht,— Sie wiſſen nicht, welche Noth er ge⸗ litten hat— um ſeiner Kinder willen: ſtoßen Sie ſich ja nicht an ſeinem Ausſehen! Ich ſage Ihnen, der Mann hat ſich jeden Genuß verſagt!(hier nippte er ſeinen Punſch);— ich ſage Ihnen, er hat jeder Bequemlichkeit entſagt, an die er gewöhnt war!(abermals nippte er) — Alles um ſeiner Familie willen!
„Sehen Sie einmal meinen Rock an, fühlen Sie die Wolle deſſelben,— ſchauen Sie meine Hoſen an,— ſie ſehen wahrhaftig aus wie ein Bärenfell. Blicken Sie auf meine Schuhe, und hier iſt meine Börſe, in der ſich zwei Gulden und acht Kreuzer beſinden,— kein Heller weiter; und ich will nicht ſelig werden, wenn ich nicht in jedem Laden, wo mir geborgt wird, eine kleine Rech⸗ nung ſchuldig bin! und warum? Sagen Sie mir das! Warum?“
Obgleich die wilde Energie, womit die Frage ge⸗
ſtellt wurde, ſelbſt den unbereitwilligſten Zeugen eine ⸗


