Teil eines Werkes 
Bändchen 4-7 (1851)
Entstehung
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gattung begleitete den Kaiſer; und Walſtein nannte raſch deren Namen, wovon viele dem höchſten Reichsadel angehörten. Einige waren die unter den Waffen ergrau⸗ ten Veteranen der großen Feldzüge; andere, die junge Hoffnung der öſterreichiſchen Chevalerie; aber vor allen machte ſich eine Figur bemerklich, deren Statur und ſeltſame Uniform Frank's Aufmerkſamkeit auf ſich zogen. Es war ein Greis von ſtattlichem, hohem Körperbau, der in einer mit Goldborten reich beſetzten Uniform von purpurfarbigem Sammt gekleidet, und deſſen Bruſt mit verſchiedenen Ordens⸗Kreuzen und Decorationen im buchſtäblichen Sinne des Wortes überdeckt war. Seine Kopfbedeckung war ein Tſchako von rothbraunem Pelz⸗ werk, ein langer gerader ſcharlachrother Federbuſch hing von demſelben herab, und darunter war ſein graues Haar in einem über die Hälfte des Rückens hinabrei⸗ chenden Zopfe befeſtigt. Gelbe, mit maſſiven goldenen Sporen geſchmückte Stiefeln vollendeten ein Coſtüm, das faſt ein Compromiß zwiſchen der Gegenwart und einem andern Jahrhundert zu ſein ſchien.

Auch paßte die Figur des Mannes, der die Uni⸗ form trug, gar gut zu dieſem Eindrucke. Es lag, wäh⸗ rend er ruhig und bewegungslos im Sattel ſaß, in ſeiner Miene etwas Strenges und Steifes, das ſich in die feine Urbanität eines alten Hofmanns verwandelte, ſo oft der Kaiſer ihn anredete. Wenn er ſich bis zur Mähne ſeines Pferdes herab verbeugte, erſchien er als der wahrhafte Typus der Höflichkeit; während ſich, ſo oft er ſein Pferd zurückzog, die ganze Geſchicklichkeit und Leichtigkeit eines erfahrenen Reiters zeigte.

Sehen Sie den ſchönen alten Mann im Purpur⸗ rocke, dort auf dem kräftigen Rappen, zur Linken Wal⸗ moden's? fragte Walſtein.

Ich beobachte ihn ſchon ſeit einigen Minuten, erwiederte Frank.Welch' ſeltſame Uniform!

Ja. Es war die Uniform der kaiſerlichen Garde⸗ Artillerie, in den Tagen von Lobau und Wagram; und