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und Creptowitz, der Oberſt deſſelben, ein ächter Huſar.“
Einen Augenblick war Dalton unſchlüſſig, ob er nicht geradezu ſeine Armuth bekennen und ſagen ſollte, daß er auf ſo koſtſpielige Gewohnheiten keinen Anſpruch mache; allein das Schamgefühl war zu mächtig, um ein ſolches Bekenntniß zuzulaſſen. Er war bereits zu weit gegangen, als daß er jetzt mit einem Male hätte anders ſprechen können; auch fühlte er, daß jede Auf⸗ richtigkeit jetzt das Bekenntniß eines Betrügers ſein würde. Wenn dieſe Reflexionen peinigend und quälend waren, ſo blieb immer noch ein Strahl der Hoffnung, der durch die ihn umgebende Dunkelheit hindurch ſchim⸗ merte,— ſein Oheim, mit allen Erwartungen, die ſich an denſelben knüpften.
„Iſt er wirklich reich, wie ſie ſagen,“ dachte Frank; „gilt er bei dem Kaiſer wirklich ſo viel, ſo darf ich vielleicht meine Blicke ſelbſt ſo hoch erheben.“
Während er ſo dieſen Gedanken nachhing, hatte er den Kopf zwiſchen ſeinen beiden Händen begraben, und den Ort, an dem er ſich befand, ſowie Alles, was ihn umgab, ganz und gar vergeſſen.
„Sie ſehen ja gar Nichts, Dalton,“ ſagte Wal⸗ ſtein. Sehen Sie, dort marſchiren die Kaiſerjäger, mit ihren Hörnern, die ſchönſten, welche die Armee aufzu⸗ weiſen hat; und dort iſt die Liechtenſtein'ſche leichte Cavalerie, mit ihren Pferden edelſter Race; und dort, zur Linken, jene wild ausſehenden Kerls mit den langen Bärten, es ſind die kroatiſchen Grenadiere. Aber hier kommt der Kaiſer!“
Und während der Graf alſo ſprach, ließ ſich auf der ganzen langen Linie ein betäubendes Hurrah hören, und es hallte dasſelbe von den Wällen Wiens zurück; während jedes Muſikcorps die öſterreichiſche National⸗ hymne zu ſpielen anfing, und die ſtolzen Töne„Gott erhalte unſern Kaiſer!“ durch die Luft drangen.
Ein glänzender Stab von Generalen jeder Waffen⸗
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