Teil eines Werkes 
Bändchen 4-7 (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

51

Mir gefällt Herr George, wie ſie ihn nennen, nicht ſehr.“

1„Er iſt, glaube ich, etwas kälter und zurückhalten⸗ der, als der Andere,“ ſagte Nelly.„Allein wie ſteht es um die Antwort, Papa?“

„Was die Leute doch preſſirt ſind! Iſt es nicht, als ob es hier gälte, einen Gerichtsbefehl zu vollzie⸗ hen! Nun, nun, ich ſollte jetzt an alle Arten von Un⸗ terbrechungen und Störungen gewöhnt ſein. Hol' mir ein Licht, damit ich den Brief ſiegle.“

Und er ſeufzte, als er ſeine altmodiſche Uhr her⸗ auszog, an der das große Familienſiegel, durch eine maſſive ſtählerne Kette befeſtigt, hing— feſt überzeugt, daß er bei dem einfachen Akte, den er vorzunehmen im Begriffe war, eine gewaltige Arbeit, eine unendlich müh⸗ ſame Arbeit verrichte.

„Es gibt keine Ruhe für die Gottloſen! wie mein alter Vater zu ſagen pflegte,“ murmelte er in glück⸗ licher Unwiſſenheit, ob dieſe Philoſophie von ſeinem .Vater oder von einer höheren Autorität ausgegangen ſei.„Man ſollte doch denken, daß ein Mann von mei⸗ nem Alter endlich ein Bischen Ruhe und Frieden hätte; allein Peter Dalton iſt nicht ſo glücklich. Gib mir den Brief her!“ ſagte er in zankſüchtigem Tone.„Da iſt Peter Daltons Hand und Siegel— ſeine Urkunde und ſein Teſtament,“ murmelte er mit halb feierlicher Stimme, während er mit ſeinem ſchweren Petſchaft auf das Siegellack drückte.„„Semper eadem;““— das iſt der alte Wahlſpruch unſeres Hauſes— und meiner Treu! ich glaube, Counſellor*) O'Shea hatte Recht, wenn er ihn mit„Beim Teufel,'s geht immer ſchlech⸗ ter!““ überſetzte.“

Er las die Adreſſe ein Paar Mal für ſich, gleich als ob ſchon in dem bloßen Anblicke der Worte etwas Angenehmes läge, und blickte dann nach Hans hin, der

*) Rath, Conſulent.