187
der Taſche zog, und mit einem bedeutenden Grad von Großthuerei dieſelbe öffnen zu wollen ſchien.
Die Idee der Beſtechung, und noch dazu in einem ſolchen Falle, war zu viel für Andy's Gefühle; und mit einem plötzlichen Schlage ſeiner Hand ſchleuderte er die Boͤrſe, die Jekyl zwiſchen den Fingern hielt, fort und ſtreute den Inhalt über den ganzen Treppenabſatz und die Treppe hin.„Ha ha!“ rief er wild,„am Ende hat er ja doch nur halbe Kreuzer!“ und der ausgeſprochene Hohn war in ſoweit wahr, denn der Boden war bloß mit Kreu⸗ zern und andern Kupfermünzen von geringſtem Werthe überſäet.
Was Onslow betrifft, ſo lag für ihn in der Scene zu viel Poſſirliches, als daß er ſein Lachen länger hätte unterdrücken koͤnnen, und obgleich Jekyl ebenfalls lachte, und an der Abgeſchmacktheit ſeines Mißgriffs, wie er es nannte, ſich zu ergotzen ſchien,— er wollte nämlich eine Sammlung ſeltener und merkwürdiger Münzen in ſeine Ta⸗ ſche geſteckt haben, ſo hatte doch ſeine Wange, während er ſich bückte, um dieſelben aufzuleſen, eine tiefere Röthe überflogen, als der bloße Akt des Bäckens verurſachen konnte. Es war gerade in dieſem Augenblicke, als Kate Dalton erſchien.
„Was gibt es, Andy?“ fragte ſie, ſich zu dem alten Manne hinwendend, der, nach ſeiner Miene und Haltung zu urtheilen, entſchloſſen zu ſein ſchien, den Eingang zu hüten.
„Zwei Burſche, die den Herrn fortnehmen wollen; das iſt es,“ ſagte er mit leidenſchaftlich bewegter Stimme.
„Ihr trefflicher, alter Diener hat ſich in uns ge⸗ waltig geirrt.„Miß Dalton,“ ſagte Jekyl in ſeiner her⸗ ablaſſendſten Weiſe.„Mein Freund, Rittmeiſter Onslow,“ — hier bewegte er die Hand nach dem Orte hin, wo Geoge ſtand, der ſich verbeugte— und ich haben eine Jagdpartie im Murgthale vor, und ſind gekommen, Herrn


