„Aber hoffentlich ſind Ihre neueſten Nachrichten aus Irland günſtig?“
„Ach, des Rühmens iſt da nicht viel. Die alten Fa⸗ milien ſterben ſchnell aus und das Grundeigenthum geht in andere Hände über. Ein Haufe engliſcher Spitzbuben und Bankgeſchäfte treibender Burſche, die ihr Geld in ſchmutzigen, kleinen Straßen machten—“
Hier brachte eine Art flehender, bittender Aengſtlich⸗ keit von Seiten ſeiner Tochter Kate Dalton plöͤtzlich zum Schweigen, und ſo ploͤtzlich hielt er an, als ob er am Rande eines Abgrunds ſtände.
„Fahren Sie doch fort, Herr Dalton,“ ſagte Lady Heſter mit einem einnehmenden Lächeln;„Sie koͤnnen nicht glauben, wie ſehr Sie mich intereſſirt haben. Sie ſehen, wir wiſſen in der That Nichts über das arme, liebe Ir⸗ land; und ich bin ſo entzückt, von Einem, der ſo befähigt iſt, darüber zu ſprechen, zu lernen.“
„Ich wollte Niemand beleidigen, Mylady,“ ſtam⸗ melte Dalton in ſeiner Verwirrung⸗„Es gibt überall Gutes und Schlechtes; aber wollte Gott, die Baumwoll⸗ ſpinner kämen nicht zu uns, und ihre Dampfmaſchinen und ihre ſchwarzen Kamine, und ihre großen Fabriken; und wie ich hoͤre, ſo ſind wir jetzt nicht mehr weit davon.“
Ein ſanftes Pochen an der Thür, die mit dem Wohn⸗ zimmer in Verbindung ſtand, ließ ſich in dieſem Augen⸗ blicke vernehmen, und Dalton rief:
„Herein!“ Aber ohne ſich dadurch in ſeinem Ge⸗ ſpräche ſtoͤren zu laſſen, wollte er eben fortfahren, als Herr Prichard's wohlgepuderter Kopf ſich an der Thüre zeigte. hätten, Herr Dalton,“ ſagte er; kaum hatte er aber Lady
Heſter erblickt, ſo hielt er inne, um wegen ſeiner Zudring⸗
lichkeit um Verzeihung zu bitten. 4 „Meiner Treu, ich hatte Sie wirklich vergeſſen,“ ſagte
Dalton lachend.„Konnten Sie nicht Morgens zu uns
„Ich fing an, zu vermuthen, daß Sie mich vergeſſen


