Teil eines Werkes 
Bändchen 1-3 (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

je ererbt, ſagte der alte Mann leidenſchaftlich erregt; Ungläck in Allem, was ich während meines ganzen Lebens anrührte! Wo Andere reich wurden, ward ich zum Bettler; wo ſie Glück fanden, fand ich nur Elend und Verderben! Aber ich ſollte jetzt nicht daran denken, rief er, ſeinen Ton verändernd.Wir wollen ſehen, wo die Mädchen ſind.

Und indem er dieß ſagte, trat er in eine kleine Küche, die an das Zimmer ſtieß, und wo, mit der Zube⸗ reitung des Eſſens beſchäftigt, ein Mädchen war, das, obgleich um einige Jahre älter, eine auffallende Aehnlich⸗ keit mit dem Jungen hatte. Auf Geſichtszügen, die einſt der Typus des Frohſinns geweſen ſein mußten, hatten Jahre des Kummers und der Leiden ihre tiefen Spuren zurückgelaſſen, und die ſchwarzen Ringe um die Augen verriethen, wie ſehr ſie Noth und Kummer gekannt. Die Geſtalt der Helene Dalton war fehlerhaft, inſofern ihre Größe mit ihrer Dicke nicht im Verhältniß ſtand; es hatte dieſelbe aber einen noch groͤßeren Fehler an einer theilweiſen Lahmheit, die ſie nur mit der groͤßten Mühe gehen ließ. Es war dieſelbe die Folge eines Unglücks, das ihr beim Reiten zugeſtoßen war, indem ein Pferd auf ſie fiel, und ihr das Hüftbein zerbrach. Es hieß auch, ſie habe ſich um jene Zeit verheirathen ſollen, ihr Geliebter aber habe, entſetzt über dieſe Entſtellung, die Heirath wieder rückgängig, und ſo dieſes Unglück zum Kummer ihres ganzen Lebens gemacht.

Wo iſt Käthchen? ſagte der Vater, als er im Zimmer umherſchaute.

Helene ging zu ihm hin, und flüſterte ihm einige Worte in's Ohr.

Nicht bei dieſem furchtbaren Wetter; gewiß, Helene, buſ Du ſie nicht in einer Nacht, wie dieſe, ausgehen 9 een.

Stille! murmelte ſie,Frank wird Sie horen;

Die Daltons. 1. 2 8