ebenſo unwirklich geweſen iſt, wie die Kunſt ſelbſt, und daß all' die glänzenden Farben der Blätter und Blumen, — all' die Wohlgerüche, die dem Beet und dem Parterre entſtrömten,— all' das rieſelnde Fließen des Baches und der Quelle, nicht minder ein Reſultat künſtleriſchen Sinnes, nicht minder künſtlich geweſen ſind, als die Transparente, oder die Tyroler Sänger, die Feuerwerke, oder die Ausſtellung feiner Handarbeiten zu Unterſtützung armer herſona der irgend eines jener finnreichen Schau⸗ ſpiele, woran die großen Kinder der Mode ſich ergoͤtzen. Die Wenigen, die noch dageblieben, ſcheinen eine ſeltſame Umwandlung erlitten zu haben. Der lächelnde Adlerwirth — wir beziehen uns hauptſächlich auf Deutſchland, als das Land der Bäder,— iſt eine halbmürriſche, bäuriſch ausſehende Perſon, die nun an nichts Anderes mehr denkt, als an die Aufbewahrung ihres Welſchkorns, ihres Brenn⸗ holzes, und der übrigen für die Winterzeit noͤthigen Vor⸗ räthe. Den einſchmeichelnden Croupier, auf deſſen ruhi⸗ gem Geſichte kein Glücksfall auch nur eine vorübergehende Bewegung hervorzubringen vermochte, ſieht man nun mit einem Bauer mit all der Gier des Geizes um einen Sack Holzkohlen feilſchen. Das ſchmucke Mädchen, deſſen goldene Locken und ſanfte blaue Augen den Sträußen, die ſie verkaufte, eine weitere Schoͤnheit zu verleihen ſchie⸗ nen, iſt nun eine dicke Weibsperſon, deren wunderliche mit Pelz beſetzte Kopfbedeckung, und deren Holzſchuhe der Tod aller Romantik ſind. Alle Verwandlungen nehmen dieſelbe traurige Geſtalt an. Es iſt eine rückwärts gele⸗ ſene Pantomime. 1 So war Baden⸗Baden im November des Jahres 182—. Einige Wochen ſchlechten und veränderlichen Wetters hatten die ganze luſtige Geſellſchaft nach den vier Winden hin zerſtreut. Die Hotels und die Reunions⸗ Säle waren für den Winter geſchloſſen. Der Ballſaal, der kaum noch im Lichte von tauſend Kerzen erſchienen war, war nun wie ein Kerker verbarrikadirt. Sogar das
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