Teil eines Werkes 
1. bis 5. Stück (1846)
Entstehung
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Und ich bin bewaffnet, ſprach Travers kaltblütig.

Und wenn Sie es nicht wären, verſetzte ſie mit Stolz,ſo hat ein O'Donoghue nichts zu fürchten in dem Thale Glensflesk. Laſſen Sie uns indeſſen meinen Oheim einholen, denn ich ſehe er hat uns weit zurück⸗ gelaſſen. Während ſie nun vorwärts eilten, ſetzte ſie ihre Geſchichte mit der gleichen Ruhe fort, wie vor der Unterbrechung.

Travers horchte begierig zu, allerdings weniger aus Intereſſe fuͤr die Geſchichte, als weil die leidenſchaft⸗ liche Beredtſamkeit der Erzählerin etwas ungemein An⸗ ziehendes für ihn hatte.Solcher Art, ſagte ſie, als ſie an dem alten Thurme neben der Straße ſich umkehrte um ihm Lebewohl zu ſagen,ſolcher Art ſind die Ueber⸗ lieferungen unſeres Landes; ihre Angaben in Betreff der Zeik, der Oertlichkeit und der Perſonen lauten ver⸗ ſchieden; aber durch alle geht nur Eine Lehre, wie ſchreck⸗ lich Sclaverei iſt!

Travers wollte durch irgend ein abgenu tztes Compli⸗ ment, in Betreff ihrer eigenen Macht Feſſeln zu legen⸗ ihren Worten eine andere Auslegung geben; aber ſie fiel ihm plötzlich in die Rede und ſagte:Nein, nein, das ſind keine Dinge zum ſcherzen, obgleich ſie vielleicht da⸗ für halten mögen, daß ſie ſich für ein junges unerfahre⸗ nes Mädchen, wie ich bin; nicht paſſen; auch will ich nicht wieder davon ſprechen, wenn ſie nur als Stoff zum Gelächter dienen.

Mitten unter ſeinen Betheuerungen, daß dieſer Vor⸗ wurf, den er in ſeiner Hitze weiter trieb, als ein kalt⸗ blütigeres Urtheil zugegeben hätte, ungerecht ſei, ſchüt⸗ telten ſie ſich herzlich die Hände und ſchieden.

Er iſt ein edelherziger Menſch, dachte Kate, als ſie langſam und ſchweigend dahinging. Wenn er auch ein Sachſe iſt, ſo hat er doch in ſeiner Bruſt eine Saite, die für Wahrheit und Ehre erklingt.

Ein herrliches, edles Mädchen, ſagte Frederick halb laut,es möchte ſchwer ſein, gegen Hochverrath ſich zu