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Welt bilden; und obgleich Sir Archy lange nicht mehr einer ſolchen Geſellſchaft beigewohnt hatte, ſo ließ ſich doch leicht erkennen, wie gelaͤufig es ihm war, eine Gat⸗ tung von Gegenſtänden zu beſprechen, mik welcher er einſt vertraut geweſen.
So ſaßen ſie, bald über die Vergangenheit, bald über die Gegenwart ſprechend— Ernſt und Scherz in jener glücklichen Miſchung verbindend, die dem geſelligen Verkehr zerſchiebener Altersſtufen entſpringt— nach dem Der fene und betrachteten durch das Fenſter den glänzenhen Mond, deſſen Licht über das Thal ſich ergoß und auf dem See glitzerte, als die Unterhaltung von der Landſchaft auf den Zuſtand Irlands und die dama⸗ lige Lage ſeiner Bevölkerung überging. Sir Maͤrma⸗ duke behauptete, trotz ſeiner neuen Erfahrungen, mit voller Zuverſicht die Richtigkeit ſeiner Einſicht in Dinge, über die ſich vor und nach ihm ſchon weiſere Männer die Köpfe zerbrochen haben, und ſein Selbſtvertrauen ſchöpfte Nahrung aus der vorſichtigen Zurückhaltung Sir Archys, der ſelten eine Meinung und nie eine beſtimmte Behauptung wagte.
In England,“ ſagte Sir Marmaduke,„wollte man mich glauben machen, Irland ſtehe am Abgrund einer Rebellion; die Rebellen ſeyen vollſtändig organiſirt und erwarten nur die Mitwirkung Fr kreichs, um loszu⸗ ſchlagen; aber wie albern erſcheinen ſolche Behauptungen uns hier, die wir mitten unter ihnen leben.“
Sir Archy lächelte bedeutungsvoll und ſchüttelte den Kopf.
„Sie, Sir, haben doch gewiß keine Beſorgniſſe hier⸗ über? Es iſt nicht möglich, einen tiefern Frieden ſich vorzuſtellen, als den wir um uns her bemerken. Ohne ſtarke Leidenſchaften und heftige Impulſe ergreift man
nicht die Waffen gegen eine rechtmäßige Obrigkeit. Wöo
aber finden ſich hier ſolche Anzeichen?“ „Sie werden zugeben, Sir Marmadufe, daß man


