Teil eines Werkes 
1. bis 5. Stück (1846)
Entstehung
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noghue's verſtorbener Frau; denn wir haben noch zu bemerken, daß der alte Mann ſeit mehreren Jahren verwittwet war. Gewiſſe Umſtände von zweifelhafter, geheimnißvoller Natur hatten ihn vor vielen Jahren veranlaßt, ſeine Heimat, Schottland, zu verlaſſen, und ſeitdem hatte er ſeine Wohnung bei ſeinem Schwager aufgeſchlagen, deſſen zurückgezogene Lebensweiſe und ein⸗ ſamer Wohnſitz die ſicherſte Gewähr gegen ſeine Ent⸗ deckung darbot. Er muß faſt in gleich hohem Alter mit O'Donoghue geſtanden ſeyn; aber die Energie ſeines Charakters, die Leichtigkeit eine Körpers und die Ge⸗ wohnheiten ſeines Lebens, Alles keug dazu bei, ihn viel jünger erſcheinen zu laſſen. 4

Nie gab es zwei unähnlichere Naturen. Der Eine rückſichtslos⸗ verſchwenderiſch, unvorſichtig; der Andere vorſichtig, ſparſam, voll Bedachtſamkeit. O'Donoghue

war freimüthig und offenherzig ſeine Meinungen leicht zu erkennen ſeine Entſchlüſſe haſtig gebildet.

MNab war verſchloſſen und geheimnißvoll, Alles ſorg⸗ fältig erwägend, bevor er zu einem Entſchluß kam, und alsdann wenig geneigt, ſeine Anſichten mitzutheilen.

In einem einzigen Punkte beſtand zwiſchen beiden

einige Aehnlichkeit Stolz auf Ahnen und Geburt

beſaßen beide gemeinſchaftlich; aber dieſer Zug weit entfernt, die andern Widerſprüche ihre Naturen mit ein⸗ ander auszuſöhnen, hielt ſie noch weiter aus einander und fügte der paſſiven Entfremdung ſchlecht zuſammen⸗ paſſender Gefährten ein Element aktiver Zwietracht bei.

Neben dem Feuer auf einem niedrigen Stuhle ſaß ein Junge von fünfzehn bis ſechszehn Jahren, eifrig damit beſchäftigt, beim flackernden Licht des Holzfeuers die Seiten eines alten Buches zu entziffern, in das er gänzlich vertieft ſchien. Das flammen Tannenholz,

wenn es ſeinen röthlichen Glanz über das Zimmer

warf, zeigte die ſchöne Stirne des Jünglings, und das lichtbraune Haar, das in reichen Locken darüber herab⸗ hing; während ſein Geſicht eine auffallende Aehnlichkeit